“, rief ich ärgerlich.
Das Klopfen hörte auf. Dann klang es, als würde er sich gegen die Tür fallen lassen und daran herunterrutschen, aber es blieb still. Ich brauchte diesen Moment für mich. Natürlich, um die Enttäuschung zu verarbeiten, aber auch dafür, darüber nachzudenken, was er eben zum Schluss gesagt hatte.
Er konnte ja hundertmal recht damit haben, dass ein Kind zu diesem Zeitpunkt unpassend, viel zu früh, unüberlegt und wer weiß was sonst noch alles wäre. Auch damit, dass wir uns noch nicht gut genug kennen würden. Was er
gerade wieder bewiesen hatte. Wie konnte jemand zärtlich, liebevoll, mitfühlend …, ach man, die Liste könnte endlos
sein, und gleichzeitig so kaltherzig-direkt sein. Diesbezüglich so wenig sensibel, dass es mir im Herzen weh tat.
Scheißegal, ob er damit recht hatte oder nicht, ein Kind mit ihm wäre doch nicht ‚schiefgegangen‘. Höchstens, weil wir dumm waren. Aber vielleicht war das ja das Gleiche.
Gestern Abend hatte er doch auch ohne Gummi mit mir gevögelt, keine Rede von Verhütung, keine Sorge wegen irgendwelcher Geschlechtskrankheiten. Warum auch, dafür hatten wir uns schließlich untersuchen lassen. Jedenfalls hat er da doch auch voll reingehalten, weiß der Geier wie viele Lusttropfen in mir verteilt. Nur zum Abspritzen hat er seinen Lachs aus mir rausgerissen. War das seine simple Art Verantwortung zu übernehmen? Das wusste doch nun wirklich jeder besser.
Ich fühlte mich überfordert, war hin- und hergerissen, zwischen meiner Liebe zu ihm und dem Punkt, wo ich beginnen musste abzuwägen, ob ich mit der phasenweise spürbaren Kaltherzigkeit leben konnte … und wollte. War ich schon so weit, alles dafür aufzugeben? Andererseits, was hatte er nicht alles für uns getan. Was hat er gesagt, er war sogar bereit, alles hier für uns aufzugeben. Und jetzt wollte er sogar Ela aus dem Milieu rausholen, nur, weil sie meine beste Freundin war.
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