Er folgte ihr wie ein Hund, als sie ins Haus ging.
„Nun steh da nicht so steif rum, setz dich zu mir.“, winkte ich Shiva zu und klopfte auf den Sessel neben mir.
Ich war neugierig auf sie. Sie hatte etwas katzenhaftes, war geschmeidig in ihren Bewegungen, als sie auf mich zukam.
Sie machte mich neugierig auf sich, ohne dass sie bisher ein Wort gesagt hatte. Allein ihre Gestalt, die schwarzen Haare, die wenig farbenfrohe, schwarz-graue Kluft, die dunklen Augen, alles an ihr machte sie geheimnisvoll.
Sie setzte sich mit unangemessener Zurückhaltung, die ebenso unnötig wie unangebracht war und sah mich erwartungsvoll an. Keine Ahnung, worauf sie wartete, aber es gab mir Zeit zu sehen, dass sie grüne Augen hatte. Da war es wieder, das katzenhafte.
„Shiva … schöner Name, wo kommt er her?“, lächelte ich sie an.
„Meine Großeltern und meine Mutter waren tamilischer Herkunft. Sie sind damals aus Sri Lanka hierher gekommen. Dort nennt man so eine Hindu-Gottheit.“, erzählte sie in akzentfreiem Deutsch.
„Und wie bist zu zum Personenschutz gekommen?“
„In den USA. Ich bin dort nach meinem Auslandsjahr hängengeblieben. Kampfsport interessierte mich schon immer. Kung Fu, Karate, Judo, Sie wissen schon …!“
„Stop, stop, stop! So wird das nichts.“, legte ich ihr eine Hand auf den Unterarm, „Ich heiße Josephina. Alle nennen mich Josie, und ich werde stinkesauer, wenn du mich ‚siezt‘. Ich sage Shiva und ‚du‘, und ich will, dass du mich auch duzt und Josie nennst, klar?“, stellte ich mit bestimmendem Gesichtsausdruck klar.
„Ok, Josie … das ist neu für mich, sonst sind wir nie so eng mit unseren Auftraggebern. Also … wie gesagt, Kampfsport. Später kamen Waffen dazu. Kriegt man ja alles kinderleicht in den Staaten. Ich hatte keine Pläne, keine Ziele, was lag näher, das Sinnvolle mit dem Nützlichen zu verbinden. Das Hobby zum Beruf zu machen, sozusagen. Da habe ich auch Raoul kennengelernt.
Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen.