Irgendwann gaben sie auf und setzten sich neben sie in den Kies.
Von irgendwo näherten sich einige Martinshörner, die schnell dichter kamen. Drei Polizeiwagen und zwei schwarze Geländewagen der Kripo mühten sich durch die breite Hofeinfahrt, in der das schwere Tor noch immer weit offenstand. Mit dem Knall, spätestens jetzt mit dem Eintreffen der Polizei, hatte sich mein Plan für den Tag mit einem Schlag in Luft aufgelöst.
Eine Eskorte aus Polizisten begleitete Franzi zusammen mit Raoul und Shiva zum Haus zurück. Die arme Frau war ein Haufen wandelndes Elend, kreideweiß, mit schlotternden Knien, mühte sie schleppend einen Fuß vor den anderen.
„Ok, jetzt reicht‘s, ihr seid hier nicht mehr sicher! Franzi, Falk und du, ihr fliegt nach Monaco und nehmt Shiva mit. Franzi kennt sich dort aus. Ich buche die Flüge und besorge euch Geld.“
„Ich fahre nicht ohne dich, Schatz, lass mich bei dir bleiben …, bitte!“
„Auf keinen Fall Kätzchen, ich setze euer Leben nicht länger aufs Spiel. Ich bin hier in der Villa sicher. Ich kann von hier aus arbeiten, kann mir Lebensmittel und was ich sonst noch brauche, liefern lassen. Hoffentlich hat das bald ein Ende!“
Chris verschwand mit dem leitenden Kommissar in sein Büro, während die übrigen Beamten mit der Spurensicherung beschäftigt waren. Franzi hatte sich bei Shiva untergehakt. Ihr ging es alles andere als gut. Viel mehr, als dass es eine altersbedingte Inkontinenz gewesen sein könnte, lief es nass ihr Bein herunter und hinterließ eine nasse Spur auf den Fliesen. Sie hatte sich vor Angst in die Hose gemacht und konnte es in ihrem Schock einfach nicht halten.
„Geschossen …, die haben auf mich geschossen …, die wollten mich umbringen … geschossen …!“, stammelte sie kaum verständlich mit kaltem Schweiß auf der Stirn.
„Es stimmt, was sie sagt. Man hat knapp unterhalb der Motorhaube in den Kühler geschossen. Zwanzig Zentimeter höher, und es hätte Raoul erwischt. Die konnten ja nicht wissen, dass niemand aus der Familie am Lenkrad saß.“, stützte sie Franzi beim Hinsetzen, „Wir werden nun auch nicht mehr in die Stadt fahren, dass sollte klar sein. Zumindest nicht, bis die Kripo grünes Licht gibt.“
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