Draußen hörte ich schon den Rover über den Kiesweg rollen. Franzi und Raoul waren also schon einen Schritt weiter als Shiva und ich, weil ich meine Taschen noch holen musste, als draußen ein scharfer Knall zu hören war. Shiva rannte die Stufen hinunter, durchquerte mit langen Schritten die Eingangshalle und lief in gebückter Haltung den Kiesweg entlang, nutzte jede Form der Deckung. In ihrer Hand blitzte es metallisch glänzend. Der Pistolenlauf folgte ihren Blicken, mit denen sie das Gelände absuchte.
Raoul und Franzi hatten sich, tief gehockt, hinter der Mauer verschanzt. Franzi hielt sich die Hände vor’s Gesicht, das erkannte ich sogar aus dem Hauseingang heraus, wo ich mich hinter der schweren Tür klein gemacht hatte.
Raoul unterhielt sich mit Shiva, die mittlerweile auch die Mauer erreicht hatte. Die Türen vom Rover standen sperrangelweit auf, der Motor lief noch, nur aus der Motorhaube stieg weißer Rauch auf.
„Was ist passiert?“, stand plötzlich Chris leichenblass neben mir.
„Keine Ahnung! Es hat geknallt, Shiva ist rausgerannt und als ich mich getraut hab, hinzusehen, hockten sie alle hinter der Mauer.“
„Verdammt, die machen ernst!“, murmelte er und verzog sich in den Schlagschatten der Tür.
Sofort hatte er sein Handy in der Hand und telefonierte mit der Polizei. „Sie machen ernst …“, sagte er. Der Satz machte mir Angst, richtig Angst!
Ich beobachtete, wie Raoul zum Rover hastete und den Motor ausstellte. Franzi wollte nicht aufstehen. Ich sah, wie sie sich mit Händen und Füßen wehrte, sich mit Absicht schwer machte, wenn die Bodyguards ihr auf die Füße helfen wollten.
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