Wichita Mountains

Nach dem großen Sterben – Teil 8

38 13-20 Minuten 0 Kommentare
Wichita Mountains

Wichita Mountains

Reinhard Baer

Ellen auf einem Fuchs, Linda auf einem Apfelschimmel, ein Tragtier hinter sich herziehend. Endlich hatte ich Gelegenheit Linda einmal genauer zu betrachten. Etwas größer und etwa schlanker als Ellen, auch brünett, natürlich mit einer anderen Frisur. Sie trug einen kecken Pony und hatte ihr langes glattes Haar zu einem Pferdeschwanz gebunden. Im Grunde sah sie aus wie ein ungefähr fünf Jahre jüngeres Abbild ihrer Schwester.

„Schöne Tiere habt ihr da.“ Eine blödere Begrüßung konnte ich mir zur Eröffnung aber auch nicht ausdenken! Jill hingegen nahm beide von ihren Pferden springende Frauen einfach in den Arm.

Zu Essen bot das Hotel nicht an, aber es hatte einen Feuerholzverkauf. Ich tauschte genügend für eine warme Mahlzeit ein und kurze Zeit später hatten wir innerhalb der sicheren Hotelumzäunung ein Feuer entzündet und die Frauen bereiteten eine einfache Mittagsmahlzeit, während ich über meinen zerfledderten Karten brütete. Danach beratschlagten wir. Ich fragte eine Menge Dinge, so etwas wie, was sie vorhätten, ob sie bei uns bleiben wollten, ob sie Waffen hätten und was auf dem Tragtier wäre. Ja, sie würden gerne bei uns bleiben, hätten ein Gewehr, einen Colt und eine Pistole.

Sie erzählten, dass es am Morgen ein ganz schönes Bohei gegeben hätte. Nicht nur der Puffbesitzer und seine Männer, sondern auch der Typ, der Linda ins ‚Haus der Löcher‘ verkauft hatte und seine Bande sowie die Oklahoma-City-Police halfen beim Suchen, schließlich war Menschenhandel, Sklaverei und Prostitution „legal“ in New Oklahoma.

In diesem Durcheinander hatten sie das Arschgesicht von Kredithai, das Linda verschachert hatte, noch mal so richtig beklaut, wie Ellen kichernd erzählte. „Waffen, das Maultier, die Ausrüstung, das sind alles Sachspenden von ihm“, ergänzte Linda grinsend. „Zur Ausrüstung gehört u. a ein Hauszelt mit zwei Kammern, das kann uns gute Dienste leisten bis im Herbst und Winter die Witterung dafür zu schlecht wird.

Klicke auf das Herz, wenn
Dir die Geschichte gefällt
Zugriffe gesamt: 2835

Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen.

Gedichte auf den Leib geschrieben