Wichita Mountains

Nach dem großen Sterben – Teil 8

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Reinhard Baer

Inzwischen war es recht laut auf dem Flur. Dicht an dicht standen die Frauen. Ich hatte wieder mein Tuch vor dem Gesicht, damit der Wächter mich nicht identifizieren konnte. Dann sah ich Ellen am Ende des Flures. Sie machte das Victory-Zeichen: ‚Mission completed‘!

„So Mädels, Ruhe bitte! Wir verlassen dieses gastliche Haus jetzt in kleinen Gruppen von zwei, maximal drei Damen auf einmal. In der Gasse die Hälfte nach links, die andere nach rechts und dann ist jede für sich selbst verantwortlich. Viel Glück.“

Als ich mit Ellen und Linda in die Dunkelheit hinaustrat, verbarg ich das Gewehr unter meiner Jacke und wir entfernten uns schnell in verschiedene Richtungen. Mit einem „Ihr wisst, wo wir uns treffen“ ließ ich die beiden stehen und erreichte, für alle Fälle ein paar Umwege machend das Hotel aus der entgegengesetzten Richtung.

****

Ihr könnt euch sicher denken, meine Freunde, dass ich sehr erleichtert über den Ausgang des Unternehmens war. Nicht auszudenken, was der Puffbesitzer Mc Gee mit uns gemacht hätte, wären wir ihm in die Hände geraten. Aber noch waren wir nicht unerkannt aus der Stadt raus!

Unbehelligt schaffte ich es zurück in die Herberge und so konnten wir morgens unauffällig und in aller Ruhe die Stadt verlassen. Die Tragtiere waren bepackt mit überwiegend leichten kleinen Gegenständen, die sich als Handelsware eigneten. Die AR-15 ruhte gut versteckt zwischen den anderen Packstücken. Gemächlich ritten wir nach Süden, holten bei der Station der Oklahoma-City-Police in dem schäbigen Flachbau mit vergitterten Fenstern am Stadtrand unsere Waffen ab und verließen auf der ‚44‘ die Stadt.

Jill hatte in der Herberge nur ein Wort gesagt, als ich vermelden konnte, dass die Befreiung gelungen war: „Danke.“ Dabei sah sie mir tief in die Augen.

Was sah sie da? Meinte sie in die Seele eines guten Menschen zu schauen? War ich besser, als ich selbst von mir dachte?

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