Wichita Mountains

Nach dem großen Sterben – Teil 8

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Reinhard Baer

Hatten mich nur die Umstände in meinem ersten Leben zu dem gemacht, was ich gewesen war? War ich in eine Rolle hineingeboren worden? Auf dem Ritt nach Süden hatte ich viel nachzudenken.

Wir ritten an endlosen Getreidefeldern entlang. Auf manchen waren Kolonnen von Mähdreschern unterwegs, fünf, sechs dieser Riesenmaschinen, ernteten versetzt zueinander hintereinanderfahrend riesige Schläge mit Weizen ab. Sie entwickelten dabei eine heftige Staubwolke um sich herum und machten jede Menge Donalds anlockenden Lärm. In der Ferne sahen wir ein Jagdkommando eine Herde von bestimmt 40 nach Norden ziehender ‚Donalds‘ niederschießen. Hier in der gesicherten Zone war das kaum der Rede wert.

Hier konnten die Menschen, die uns in ihren Autos überholten oder am Wegrand irgendeiner Arbeit nachgingen, recht sorglos sein, zumindest was die Donalds anging. Draußen in den Outbacks konnte so eine große Herde für eine unbefestigte kleine Siedlung oder Farm schnell zum unbeherrschbaren Problem werden.

Was für ein Unterschied zu den archaischen Strukturen in anderen Gebieten Oklahomas und erst recht in Texas, was ja letztendlich wieder unser Ziel sein würde. In die Outbacks zurückzukehren war dennoch für uns die richtige Strategie, denn wir konnten dort mit unseren Waren aus Oklahoma-City die besten Geschäfte machen. Sogar Rasierklingen und Penicillin hatten wir beschaffen können. Beides wurde zwar nicht in der Stadt hergestellt, aber es gab Handelsverbindungen zu gesicherten Gebieten an der Ostküste und nach Kalifornien, wo diese Güter neuerdings wieder produziert wurden. Neben Munition waren dies begehrte Tauschobjekte für die Überlebenden in den Kleinsiedlungen im Nirgendwo. Also war es auch grundsätzlich ok, in das noch unzivilisiertere Texas zurückzukehren. Insgeheim wusste ich aber auch, dass Jill nicht lockerlassen würde. Irgendwann würden wir wieder vor den Toren ‚Westward Falls‘ landen, das jetzt ‚Cerespoly‘ hieß.

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