Die Gastgeberin begann, als Ergänzung des Nachtischs, den Wein und die erst harten Getränke auszuschenken. Die meisten Männer verschmähten den Kuchen, nippten nur am Kaffee, sprachen aber dem Wein und besonders den harten Sachen eifrig zu. Den Krug mit Wasser, der auch auf dem Tisch stand, hatte keiner angerührt. Die Stimmung stieg, Witze machten die Runde, ab und an brach schallendes Gelächter aus. Alle waren vergnügt, alle fühlten sich wohl, alle waren jetzt schon glücklich, obwohl der Höhepunkt des Abends noch gar nicht begonnen hatte.
Dieser begann, als sich die Frau zu dem Mann an ihrer Seite hinwandte und ihm etwas zuflüsterte. Es war ein kleiner, rundlicher Mann, nicht der Älteste, aber allem Anschein nach derjenige, der am meisten zu sagen hatte, eine Art Präsident, er hatte auch den Pokal aus geschliffenem Glas für den Wein erhalten. Er hörte zu, dann nickte er, beide standen auf, gingen in das Schlafzimmer und zogen die Tür hinter sich zu. Kaum waren sie weg, erstarb die Unterhaltung, alle saßen gespannt da und lauschten, ob irgendwelche Geräusche bis zu ihnen vordringen würden. Man hörte nicht viel, nur ab und zu das Quietschen der Matratze und schon nach kurzer Zeit, nach wenigen Minuten, kam der Alte wieder zurück. Er machte einen etwas erschöpften, aber zufriedenen Eindruck, ging zu der Kommode, legte ein paar Scheine in einen kleinen, geflochtenen Korb. Dann sah er sich siegessicher um, wie der Hahn, nachdem er gerade eine Chica beglückt hatte und animierte die Runde mit einer ausladenden Handbewegung, weiterzumachen, mit Trinken und Reden. Er selbst nahm einen tiefen Zug aus dem Pokal und dann hatte er das dringende Bedürfnis, seinem Nachbarn etwas ganz wichtiges zu erzählen. Mittlerweile kam auch die Frau wieder aus dem Schlafzimmer und schaute als Erstes nach, was in dem Korb lag. Dann setzte sie sich wieder an den Tisch und begann mit ihrem zweiten Nachbarn zu plaudern.
Wie immer
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