Nur die Frau lauschte gespannt und machte einen verzückten Eindruck, denn sie hatte herausgefunden, dass es ein Liebesgedicht war, das eigens für sie verfasst worden war. Der Präsident war ein pensionierter Lehrer und verstand sich auf solche Dinge. Auch der junge Mann am Bandoneon klatschte Beifall und spielte dann einen Tusch. Als der Lehrer fertig war und vom Tisch herab steigen wollte, stellte sich das als reichlich schwierig heraus. Erst mithilfe des jungen Mannes und der Frau, die ihn festhielten und stützen, gelang es ihm. Durch sein Klatschen hatte der junge Mann die Aufmerksamkeit eines der beiden Disputanten erregt, der seine Unterhaltung abbrach und den jungen Mann, als er mit seiner Hilfestellung fertig war, zu sich heran winkte. Es war der Mann, der nur hatte zuschauen wollen. Mit halblauter Stimme redete er eindringlich auf sein neues Opfer ein, ergriff sogar dessen Hand und machte mit der anderen ausholende Bewegungen. Aber der junge Mann schüttelte ständig den Kopf und zeigte offensichtlich keine Bereitschaft, das zu tun, was der Alte wollte. Er ignoriert sowohl das Hindeuten zum Schlafzimmer als auch die Gebärden des Geldzählens. Schließlich gab der Alte auf, nahm sich ein leeres Glas, füllte es mit Wodka oder irgendeinem anderen farblosen, hochprozentigen Zeug und kippte den Inhalt wütend hinunter. Der junge Mann verschwand vorsichtshalber in der Küche. Die Frau, die die Szene genau verfolgt hatte, musste erst herzlich lachen, dann flüsterte sie ihrerseits mit dem Enttäuschten, aber anscheinend kamen sie sich in ihren Wünschen nicht näher, denn nun schüttelte der Mann ein paarmal ganz entschieden mit dem Kopf, während die Frau zu Bestätigung ihres Angebots mit der Faust auf den Tisch einschlug.
Dann entspannte sich die Situation wieder, alle waren erneut zufrieden, alle waren glücklich, das Bandoneon spielte nun solo, und da der junge Mann nicht sehr viele Stücke kannte, gab es zahlreich Wiederholungen, das störte aber niemanden.
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