Der Kleidung nach zu urteilen, soweit die dargestellten Personen überhaupt noch welche tragen, würde ich die Szenen dem Barock oder Rokoko zuordnen.
Trotz, dass es Gemälde und keine Zeichnungen sind, erinnern sie mich stark an die Darstellungen im Buch ‚Die Memoiren der Fanny Hill‘. Ausgesprochen anregend, wie ich finde. Wären die Gemälde nicht, könnte man sich tatsächlich an einen überdimensionierten, altenglischen Herrenclub erinnert fühlen. Sämtliche Möbel sind im Stil der Gründerzeit, beziehungsweise des Kolonialismus, gehalten, oder dieser Epoche nachempfunden. Sie bestehen aus einem mittleren bis dunklen Holz, und die Bezüge sind aus braunem Leder oder einem leicht gemusterten Stoff in gedeckten Farben. Geschickt im Raum verteilt, stehen niedrige Tische, die jeweils von zwei oder drei Zweisitzersofas umgeben sind. Dazu kommen mehrere Récamieren und Liegen, die zum Verweilen einladen. Wie von Hannes bereits erwähnt, gibt es sogar zwei orientalisch anmutende Kissenlager, die von kleinen Baldachinen bekrönt werden. Alles ist offen und einsehbar, doch geschickt im Raum angeordnete Paravents verhindern, dass man sich wie auf einem Präsentierteller fühlt, egal wo man sich niederlässt. Alles ist edel und ausgesprochen geschmackvoll, wie ich finde.
Ich stelle mir gerade vor, wie der Raum mit Paaren gefüllt ist, die alle die weißen und anthrazitfarbenen Bademäntel tragen. Manche sitzen beisammen, reden miteinander, während andere Zärtlichkeiten austauschen, oder vielleicht schon hemmungslos miteinander vögeln, es genießen, wie sie dabei beobachtet werden, während wieder andere zusehen und sich so anregen lassen. Allein bei dem Gedanken daran, merke ich, wie sich mein bestes Stück mit Blut füllt. Plötzlich fühle ich, wie Sarah, die neben mir steht, meine linke Hand fasst und fest zudrückt. „Kneif mich mal, ich glaub ich träume.“ flüstert sie mit ungläubiger Stimme.
Wie wir entdecken, was uns erwartet
Der Club der verborgenen Lust - Teil 3
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Wie wir entdecken, was uns erwartet
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