Der Rest der Wand wird von einem mächtigen Einbauschrank belegt. Beides aus dunklem Holz, und beides natürlich so alt, wie auch das Gebäude. Man könnte sich fast in die Gründerzeit zurückversetzt fühlen, wenn nicht Flachbildschirm, Tastatur und Maus auf dem Schreibtisch diesen Eindruck nachhaltig stören würden. Als Sarah und ich uns kurz ansehen, merke ich, dass sie genauso fasziniert ist wie ich. Auch Carla ist mit Sicherheit bewusst, wie beeindruckend dieses Ambiente auf neue Besucher wirkt, so lässt sie uns Zeit, alles in uns aufzunehmen. Wir bemerken kaum, wie sie die Tür schließt. Erst ihre Aufforderung, „kommt bitte mit nach oben“, reißt uns aus unseren Gedanken. Automatisch folgen wir unserer Gastgeberin. Im ersten Stock besteht der Fußboden aus alten, natürlich ebenfalls dunklen Holzdielen, die in der Mitte des Ganges mit einem roten Kokosläufer bedeckt sind. Die Wände sind auch hier weiß gestrichen, einen Fliesenspiegel gibt es aber nicht. Nur zwei großformatige Fotografien aus der Zeit, als das hier noch eine Fabrik war, zieren die Wand.
Das einzige Möbelstück, ein restauriertes, kleines Sofa aus der Gründerzeit, wirkt doch etwas verloren. Türen sehe ich keine, nur einen großen Durchgang nach hinten. Genau durch diesen folgen wir Carla in den langen Flur, der sich auf der Rückseite über die gesamte Gebäudebreite hinzieht. Sämtliche Räume gehen also nach vorne, zur Straße hin. Die nach hinten gehenden, alten Fenster sind mit Mattglas versehen, sodass sie ausreichend Licht spenden, aber man weder hinein- noch hinaussehen kann. Obwohl hier oben vermutlich alles neugestaltet wurde, hat man doch darauf geachtet, stilechte Türen und Lampen zu verwenden. Es passt einfach. Carla wendet sich nach links und öffnet die einzige Tür auf dieser Seite, die in das Büro führt, wie ein Messingschild verrät. Der Raum muss also über der Küche im Erdgeschoss liegen.
Wie wir zu dem kommen, was wir suchen
Der Club der verborgenen Lust - Teil 2
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Wie wir zu dem kommen, was wir suchen
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