„Ich weiß es nicht.“ antworte ich zögernd, denn auch ich fühle mich wie in einem Film, realisiere irgendwie nicht so recht, was hier gerade abgeht. Wir sehen uns an, wissen, dass wir beide das Gleiche denken und fühlen. Irgendwie hat es uns aber komplett die Sprache verschlagen. „Kommt doch bitte wieder zu uns herein.“ holt uns Carlas Stimme schon nach kurzer Zeit wieder aus unseren Gedanken. Als wir in das Büro zurückkommen, haben sich die anderen Drei bereits erhoben. „Also wenn ihr mögt, … dann seid ihr herzlich in unserem Club willkommen. … Ihr passt wirklich gut zu uns und bereichert unsere Treffen mit Sicherheit.“ erklärt Wilhelm feierlich. „Natürlich, herzlich gerne.“ platzt es aus meiner Frau heraus, deren Anspannung sich mit einem Schlag gelöste hat. Ich kann nur noch mit den Schultern zucken: „Na, wenn sie das meint.“ Ein herzliches Lachen ist allseitige Reaktion. Mit einem „herzlich Willkommen“ geht Carla in die allgemeine Umarmungsrunde über. Schließlich bemerkt Wilhelm aber, dass doch noch einige kurze Formalitäten erforderlich sind. Er dreht sich um, nimmt einen Mitgliedsantrag vom Schreibtisch, und wir setzen uns erst einmal wieder.
Gemeinsam gehen wir den Antrag Punkt für Punkt durch, bevor wir schließlich unterschreiben. „So“, meint Frank, „und wenn ihr Anfang der Woche die Jahresgebühr und den Unkostenbeitrag für das erste Treffen überweist, dann könnt ihr Samstag nächster Woche gerne zu unserem Treffen kommen.“ Sarah und ich schauen uns an. „Das ist ja phantastisch.“ beeile ich mich zu sagen, „Ich werde heute Abend noch den Rechner anwerfen und das Geld überweisen.“ „Sehr gut.“ grinst Wilhelm, „Dann trage ich euch gleich in die Liste ein.“ „So, und jetzt gibt es erst einmal was Vernünftiges zu Trinken.“ ergänzt seine Frau mit dem gleichen Grinsen im Gesicht, während sie bereits aufsteht und zum Sideboard geht. Aus diesem zaubert sie eine gut gekühlte Flasche Sekt und sechs Gläser hervor. Nach dem Anstoßen plaudern wir noch kurz über dies und das, als Sonja auf die Uhr sieht. „Ach herrjeh, schon so spät.“ bemerkt sie zu ihrem Mann gewandt, „Wir müssen los, sonst kommen wir zu spät zu Laras Geburtstagsfeier.“ „Stimmt.“ bestätigt der angesprochene nach einem Blick auf seine Armbanduhr. Beide leeren die Reste in ihren Gläsern in einem Zug.
„Lasst ihr euch aber nicht durch uns vertreiben.“ meint Frank zu meiner Frau und mir gewandt, „Carla und Wilhelm zeigen euch noch alles hier, schließlich sollt ihr für Samstag vorbereitet sein.“ Die Beiden nicken bestätigend. Als Frank und Sonja gegangen sind, schenkt unsere Gastgeberin noch einmal nach, und wir unterhalten uns noch kurz über das, was wir bei der Suche nach Lustgewinn so erlebt haben, besonders den Bericht über ‚unser‘ Wellnesshotel, nehmen beide mit großem Interesse zur Kenntnis. „So, jetzt wollen wir aber mal die letzten Geheimnisse lüften.“ mahnt Carla schließlich zum Aufbruch, wobei sie ein hintergründiges Lächeln zur Schau trägt.
Wie wir zu dem kommen, was wir suchen
Der Club der verborgenen Lust - Teil 2
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Wie wir zu dem kommen, was wir suchen
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