Wiederbelebung

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Wiederbelebung

Wiederbelebung

Wulff Triebsch

Zum ersten Mal spürte ich deutlich seinen kleinen Penis und glaubte, wir hätten Olivia dabei wehgetan, sie vielleicht sogar verletzt. Ich wartete besorgt ihre Reaktion ab. Doch sie seufzte nur und streichelte Rajiv, als sei ihr das gar nicht so unangenehm gewesen.
Eine Art Kampf entbrannte zwischen Rajiv und mir. Wir fanden nicht mehr zu einem gemeinsamen pendelnden Rhythmus, schoben und pressten Olivia zwischen uns, bis ihr Körper zu zittern begann. Ich bemerkte, dass Rajiv innehielt, und vernahm seinen unüberhörbaren Seufzer. Über Olivia lief ein Schauer, der sich auch auf meinen Körper übertrug. Als ich mich in Olivia ergoss, stieß sie einen lang anhaltenden Schrei aus, so laut, dass Rajiv sich erschrocken von uns wandte. Ich aber behielt mein Glied in ihr, wie ein heldenhafter Sieger, der ausgelaugt und erschöpft hinter der Ziellinie zu Boden fiel.
Als ich wieder zu mir kam, lag ich allein neben Olivia. „Ich hatte solche Angst!“, flüsterte sie mir zu. “Es war wie bei meiner Entjungferung, die hatte auch keinen Spaß gemacht.“ - “Hast du dabei wirklich Platzangst empfunden?“, wollte ich wissen. - „Dabei ganz besonders. Ich lag eingepfercht zwischen euch, und spürte zwei männliche Glieder in mir“, schilderte sie ihre Gefühle. „Es war noch schlimmer als die Platzangst im Aufzug oder in der Straßenbahn. Deswegen kann ich beides auch nicht benutzen.“ Sie fasste mein Gesicht in ihre Hände. „Ich fühle mich jetzt irgendwie erleichtert, dass ich das gemacht habe. Vielleicht hat das mehr geholfen als alles andere zusammen.“
Olivia hielt inne und setzte sich neben mich. „Meine Schwester wartet sicherlich schon.“ Sie verließ die Liege und eilte in den Umkleideraum. Als ich sie in der Lounge wiedertraf, stand sie bereits neben einer kleineren jüngeren Frau, die sie mir vorstellte: „Das ist meine Schwester Laura.“ Laura lächelte mir zu, als ich ihr die Hand reichte, die sie ergriff. Nach den Spielregeln des Clubs, hätten wir uns jetzt gemeinsam in einen der Nebenräume zurückziehen können. Das würden wir später nachholen, da war ich mir ganz sicher.
„Yvonnes Mann hat mir von Ihnen erzählt“, erklärte Laura und zog mich zur Seite, so dass wir uns ungestört allein unterhalten konnten: „Sagen Sie, diese Behandlung, von der Yvonnes Mann gesprochen hat, ist die teuer?“ – „Welche Behandlung?“, wollte ich wissen. „Yvonne hat ihrem Mann erklärt, dass Sie eine Art Therapiebehandlung mit ihr gemacht haben, zur Wiederbelebung der Gefühle. Sie wissen schon, was ich meine.“
„Ach so, das meint Yvonnes Mann! – Nein, diese Behandlung ist gar nicht teuer“, erklärte ich ihr. - „Was kostet eine Sitzung?“, wollte sie wissen.
Ich überlegte: „40 Euro pro Mann.“ – „40 Euro pro Mann, sagen Sie.“ Sie schien nachzurechnen, beugte sich noch näher zur mir und flüsterte mir ins Ohr: „Dann nehme ich eine Sitzung für 120 Euro; ich werde bar bezahlen. Wann haben Sie einen Termin frei?“
Ich schaute sie an und überlegte: „Sobald ich das Personal gefunden habe. Melden Sie sich übermorgen wieder bei mir.“ Sie nickte. Als sie gehen wollte, hielt ich sie zurück und fragte sie leiste: „Haben Sie Platzangst?“ – „Ich? Wieso fragen Sie? Nein, ich habe keine Platzangst.“

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