Wilma schloss die Augen und stellte sich die Situation plastisch vor. Sackleinen, mit einem Loch in der Mitte, im besten Fall mit etwas Watte oder Seide ausgepolstert. Hier steckten sie reihenweise ihre Schwänze rein, die Sennen, und ergossen ihr Sperma in die Tiefen der Bastelpuppe. Das Wesen wurde dabei nicht nach seiner Meinung gefragt, oh nein, keineswegs. Man nahm sie einfach, die Tuntsche, denn wie war willenlos, ganz anders als die Frauen unten im Dorf, denen Hygiene ein Begriff war und die sich angeekelt von den stinkenden Kuhbändigern abgewendet hätten, so denn diese eindeutige Anträge gestellt hätten. Da vögelte man doch viel lieber eine schweigende Schöne – selbst wenn man sich das Penisköpfchen dabei am Sacktuch aufripste. Natürlich ging es nicht nur ums Vögeln, sondern auch ums Tanzen, und vielleicht betete der eine oder andere sogar mit dem Tuntschi. Die kleineren Ausgaben legte Mann sich vielleicht unters Kopfkissen, wie das mit Voodoo-Puppen seit Jahrhunderten getan wird.
Wieder und wieder las Wilma die Zeitungsausschnitte, und ihr wurde warm dabei. Noch nie hatte sie den verbotenen Film von Hansjörg Schneider gesehen, und bis sie ins Tal zurück kam, war möglicherweise die Neuverfilmung von Michael Steiner bereits nicht mehr in den Kinos.
Wilma versuchte sich vorzustellen, ein Tuntschi zu sein, allen Sennen zu Willen, schob aber den Gedanken gleich wieder von sich weg. Sie war im Internet einmal durch Zufall auf ein Gang Bang Video gestossen. Fünfzehn junge Mànner hatten sich über eine Frau hergemacht, und alle ihre Löcher mit ihren Schwänzen ausgefüllt. Die Frau hatte aber keinen glücklichen Eindruck gemacht – obwohl ihre Schminke das zum Teil vertuschte. Als der fünfzehnte Mann, ein Schwarzer mit Wuschelkopf, in ihrer Scheide abspritzte, hatte sie sogar Tränen in den Augen gehabt.
Und doch... weckten die Zeitungsausschnitte brennendes Verlangen in Wilma.
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