Wind 1

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Wind 1

Wind 1

Yupag Chinasky

Wenn sie lacht, wird die Verschmitztheit durch viele kleine Lachfältchen in den Augenwinkeln noch verstärkt. Diese Augen haben es ihm angetan. Er hat, seit er in ihrer Wohnung ist, nicht nur auf den Busen gestarrt, der sich deutlich unter dem Lila der Bluse abzeichnet und auf den formidablen Po unter dem Blümchenrock,  er hat auch immer wieder in in ihre Augen geschaut, in diese dunklen Augen, die zum einen Skepsis, zum andern aber auch Wärme ausstrahlen. Augen, die ihm gefallen und, das bildet er sich nicht ein, die auch ihn wohlwollend betrachten. Während sie vom Essen redet, sucht er wieder den Augenkontakt und sie wird nicht verlegen, blickt nicht weg.

Viel anbieten könne sie ja nicht, fährt sie mit dem Thema fort. Sie könne höchstens ein Huhn schlachten, wenn er zum Abendessen da bleiben wolle. Er glaubt sich verhört zu haben und murmelt etwas von Hühnchensandwich. Nein, ein richtiges Huhn, sie habe ja einen Stall voller Hühner und dazu noch Schafe und ab und zu schlachte sie eins. Am Sonntag oft ein Huhn und an besonderen Feiertagen ein Schaf. Ein Schaf könne sie nicht anbieten, lacht sie, das mache zu viel Arbeit, aber ein Huhn zu schlachten und zu kochen, das sei kein Problem, dann sei eben heute Sonntag und schließlich würde es sich in Gesellschaft viel schöner essen als allein und Gesellschaft habe sie nicht oft und deswegen würde er ihr eine große Freude machen, wenn er die Einladung annähme. Er stimmt zu, ohne lange nachzudenken, sie ist zufrieden. Nun ist er wieder dran, mit fragen. Er will wissen, wie sie es eigentlich hier aushält, in dieser Einsamkeit, bei diesem Wind und dem harten Klima und überhaupt, wie man in solch einer Gegend ständig leben könne, er könne das jedenfalls nicht. Sie geht auf seine Bemerkungen ein und redet über das Dorf, diese schmächtige Ansammlung von Häusern, dieses Kaff, wie sie es nennt..

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