Wind 2

12 31-48 Minuten 1 Kommentar
Wind 2

Wind 2

Yupag Chinasky

Er fühlt die Geborgenheit der Zweisamkeit, aber schlafen kann er trotzdem nicht. Er ist es einfach nicht gewohnt, eine ganze Nacht bei einer anderen Frau zu sein, das kommt eigentlich nie vor. Kurze Begegnungen, ja, aber ganze Nächte, nein. Was für ein Glück, auch in dieser Hinsicht, diese Frau getroffen zu haben. Was für eine neue Erfahrung und natürlich, welch Geschenk des Himmels, ihre Hilfsbereitschaft und ihre Gastfreundschaft zu genießen, dafür kann man auch diese Belästigungen ertragen, diesen verzweifelten Hunger nach Liebe und so unangenehm kann Liebe niemals sein, als dass man sie nicht doch ersehne und etrüge. So zufrieden er mit dem Ausgang seines Unfalls ist, so froh er ist, eine Samariterin gefunden zu haben, so sehr er es schätzt, die Nacht bei einer Frau verbringen zu können, trotz ihrer Wildheit, ihrer unbeherrschten Gier, so unzufrieden ist er mit sich selbst. Die Gedanken, die ihm schon während der misslungenen Akte durch den Kopf gegangen waren, obwohl beim zweiten Mal sein Gehirn schon so umnebelt war, dass er kaum noch denken konnte, diese Gedanken, kommen nun, in der Phase der Ruhe und der Rückbesinnung, mit aller Macht zurück. Er hatte versagt, in den entscheidenden Momenten versagt, da gab es keinen Zweifel. Beim ersten Mal, als alles viel zu schnell ging und auch beim zweiten Anlauf, als er eigentlich bereit war und selbst wollte. Oder lag das Versagen doch am Alkohol? Hatte er einfach zu viel gesoffen und sich dadurch lahm gelegt? Oder war er mittlerweile zu alt für diese Art von Liebe? Oder es hatte nicht geklappt, weil er zu aufgeregt war, zu unkonzentriert, zu überrascht war? Oder waren es die Schmerzen an den Händen und den Knien, das verdammte Jod, die Gott verdammten Sturmfolgen, die ihn zu sehr abgelenkt hatten? Oder hatte ihn diese Frau, die wie ein Tropengewitter über ihn hereingebrochen war, die ihn umgeschmissen hatte, wie dieser ewig heulende Pampawind, wie die Böe, die ihn gepackt und geschüttelt und niedergeknüppelt hatte, hatte diese Urfrau ihn schlicht und einfach überfordert, ihn, mit anderen Worten, schlicht und einfach vergewaltigt?

Klicke auf das Herz, wenn
Dir die Geschichte gefällt
Zugriffe gesamt: 2571

Weitere Geschichten aus dem Zyklus:

Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen.

Like

schreibt Amanda69

cool story

Gedichte auf den Leib geschrieben