Dann ist die Genierphase überwunden und er fragt sie, überflüssigerweise, weil sie ja die unmögliche Haube auf hat, ob sie nicht doch die Haare waschen wolle und er ihr dabei helfen solle, doch sie verneint. Es würde zu lange dauern, bis sie wieder trocken sind und dann kämen sie ja zu gar nichts mehr. Schon wieder so eine Andeutung, die er so auslegt, wie sie vermutlich auch gemeint war. Es bleibt beim Einseifen des Rückens und als er fertig ist, nimmt er seine Parka, hängt sie, anstelle eines Bademantels, locker über die Schulter und setzt sich auf das Sofa. Dann beobachtet er die Frau in der Zinkwanne, eine Rolle, die ihm viel besser gefällt als umgekehrt. Sie sitzt ganz entspannt da, hat die Beine angezogen und leicht gespreizt und fängt an, sich mit einem Waschlappen bearbeiten. Erst den Unterleib und die Beine, dann die Füße, die sie einzeln hoch streckt und schließlich die Arme und die Brüste, an denen sie eine ganze Weile, er meint, länger als nötig, herumdrückt und herumreibt. Das Gesicht spart sie bei der Reinigung aus, vielleicht ist ihr das Wasser doch zu dreckig. Er beobachtet ihr Tun und merkt, wie sein Blut langsam in Wallungen gerät und als er merkt, wohin es wallt, ist ihm das peinlich und er zieht sich die Parka enger um die Schulter und hält sie mit einer Hand zu, wie einen Morgenmantel ohne Gürtel. Doch die Frau ist anscheinend ungerührt, denn sie hat wieder angefangen, belanglose Fragen zu stellen, ob er ein Auto habe, ob das Bier in Deutschland wirklich so gut sei und ähnliche, doch auf einmal, ganz unvermittelt, will sie wissen, ob er Geld dabei habe und ob er ihr etwas geben könne, für das Bad und für das Essen. Er schluckt. Klar hatte er vor, ihr etwas zu geben, für den Aufwand, die Bewirtung und Beherbergung, aber es stört ihn, dass sie so direkt danach fragt. Er antwortet zögerlich, ja, er habe Geld, wie viel sie denn wolle.
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schreibt Amanda69