Winterblüte

Ehemann und Liebhaber - Teil XX

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Winterblüte

Winterblüte

Madam Lasterhaft

Die Hauptrolle spielt heute die Kälte. Die chinesische Winterblüte hinterlässt etwas frühlingshaftes Wohlgefühl in die ausgekühlte Wohnung. Für sie ist es genau die richtige Temperatur um ihre Blüte lange am Stängel zu behalten. Ich fische ein paar Buchstaben aus dem verbliebenen Suppenrest unserer kleinen Rakete, die im wohlig warmen Bett leise dösend ihren Mittagsschlaf macht und lege sie auf meinen noch nicht zerkleinerten Pfannkuchen, der mich mit seiner Zeichnung und den Kratern an einen Vollmond erinnert.

Ich schärfe meine Wahrnehmung. Versuche ein Muster in dem Buchstabenchaos zu erkennen Spiele mit den Wörtern. Tariere aus, was mein Innenleben gerade an die Oberfläche gibt. Platzwechsel. Mein Finger durchforstet ein altes, vergilbtes Wörterbuch. Bleibt an den zarten Blättern hängen und lässt sie vorüberrasen, sodass ein wohlig duftender Geruch in meine Nase strömt. Ein Schleudergang der Wörter und Eindrücke. Ich fühle mich etwas wie damals in der Berufsschule als ich traumverhangen überlegt habe, wie ich meinen Freund als nächstes umarmen und küssen würde. Dieser mich sanft in eine Brise der Berührungen gleiten ließ. Nur der schrille Pausenklingel-Sound, den unser Technik Lehrer stolz als digital anpries, trennte uns für die nächsten Stunden. Und die Abschlussprüfung, die in ein paar Monaten an meinen Schwarm herantrat. Wir waren frisch volljährig und doch noch nicht im Geiste ganz erwachsen. Zum Glück war es einem findigen Konzeptentwickler eingefallen, die technischen, kaufmännischen und Gesundheitsberufe unter einem großen Campus zu vereinen.

Im nachmittäglichen Ethikunterricht wurden wir damals alle möglichen Klassen zusammengeworfen, weil der Lehrermangel zu groß war. Bei 90 Prozent christlicher Ausrichtung gab es schlichtweg zu wenig Schüler für die passende Anzahl an Lehrern für den Ethikunterricht. Was sich sonst wie ein schwerer, nasser Mantel über meine Schultern gelegt hatte war nun durch meinen Fächerwechsel zu Ethik ein leichter Schleier geworden auf dem ich durch die Welt der Religionen tanzen konnte. In dieser Zeit gab es auch die Möglichkeit Liebesbeweise zu verfassen. Doch dann musste ich diesen Mantel doch wieder anlegen, als die Lehrkraft bis auf Weiteres erkrankt war.

Ich fand mich mit der Klasse am Marktplatz wieder in dem genau in der Mitte ein riesiger Christbaum prangte. Die ganzen Klassen mussten sich zur Christmette am Berg auf dem die Kirche thronte einfinden. Jedes Jahr überboten sich die spendablen Einwohner mit einem größeren, mächtigeren Baum mit dickem Stamm vorzugsweise aus dem eigenen Forst oder als großzügige Spende aus dem Ausland extra herangekarrt. Für mich war das als wäre ein geschmückter und grün bestrichener Phallus als Machtsymbol eingezogen. Wenn er so auf dem LKW mit dem darüber gespannten Netz festgezurrt war, wirkte auf mich wie in ein Kondom gefangen ohne Funktion. Wir zogen über den Friedhof zum Hintereingang der Kirche. Der aufgerissene Asphalt hatte sich über die Jahre nicht verändert wie die gleichbleibenden Falten einer alten Frau. Die zweite Religionslehrerin traf quietschend bei eisiger Kälte mit ihrem Rad ein. Das konnte man durch den Windfang noch deutlich wahrnehmen. Erst in der Kirche fiel ihr auf, dass sie ihren Helm noch nicht abgesetzt hatte während sie dringend ihre Nase zu putzen hatte. Wäre sie in ein Ladengeschäft hineingegangen hätte sie ihre Schutzkappe aus Kunststoff anbehalten. In Anbetracht der göttlichen Präsenz war dies doch zu unpassend.

Die Kirchenbänke waren randvoll mit jungen, übermütigen Schülern, die sich gerne der spärlichen Wärme die die Kirche bereit war zu geben annahmen. Wie Schafe drängten sie sich in ihre Ställe. Die Schuhe wurden auf die Fußbänke abgestellt. Es wurde gezischelt und gewispert. An der Wand hing die gleiche jahrhundertealte Kunst wie jedes Jahr. Zeitlos. Mit dem gebürtigen Restanstand versuchten wir die stolzen Mütter nicht zu belächeln, dass ihre Knirpse die Rollen im Krippenspiel übernahmen. In meiner Rolle als Tannenbaum hatte ich in dem Alter gut geglänzt und war mit mir mehr als zufrieden gewesen. Ganz natürlich, wertneutral und beständig hatte ich dagestanden und ohne Brimborium und die anderen machen lassen, was zu machen war.

Beständig war auch mein Verlangen mit dem ich in der spartanischen Holzbank saß und versuchte mich nicht dauernd umzudrehen um zu sehen, ob mein Schwarm auch eingetroffen war. Nirgendwo war er zu sehen. Ich wurde unruhig. Machte zur Ablenkung mit. Sang sogar ein paar mir sonst unerträgliche Lieder mit. Warum sollte ich mit meiner angeblichen Erbsünde an allem möglichen schuld sein und mich mies fühlen? Kann doch für den Menschenfreund Gott auch nicht der Sinn gewesen sein, so dachte ich. Zwischen zwei Liedern schaute ich in je eine Richtung über meine Schulter nach hinten. Ich spürte in meinem Brustkorb etwas Warmes. Ich war von Lust durchwirkt. Er musste irgendwo sein. Die Orgel dröhnte, das Gotteslob mit Weihnachtseinlage wurde zugeschlagen und in den Fächern über den Garderobenhaken der Bankrückseiten verstaut. Wir reihten uns im Gang ein und verließen die Glaubensstätte artig in der Reihe wie wir es seit der Grundschule über Jahre, mittlerweile schon über ein Jahrzehnt hinweg, gelernt hatten. Am Weihwasser angelangt überlegte ich für einen Moment, ob ich mich testen sollte. Gott würde ein eindeutiges Zeichen schicken, wenn er mich für vom Teufel besessen hielt oder? Ein halber Tropfen hin zwischen meinen Augenbrauen, das war alles was ich spürte als ich mich mit dem Weihwasser bekreuzigte. Kein Zischen, spucken oder brennen. Okay, demnach war ich noch nicht ganz auf seiner Skala abgerutscht als zu eliminierendes Ziel. Ich reihte mich im Chaos der Klassen auf dem Vorplatz ein. Wie ein Haufen durcheinandergeratene Ameisen versuchten sie sich zu finden. Ich schaltete heimlich mein Handy an. Sogleich vibrierte es in meiner behandschuhten Hand. 160 Zeichen Glück würden hoffentlich auf mich warten.

Ich zog es ein kleines Stückchen heraus und schielte nach unten. Auf dem grünen Untergrund konnte ich die schwarzen Buchstaben gut erkennen. „Deine Haare machen mich fertig. Ich hätte dich am liebsten an der Haarklammer gepackt, am Hals geküsst und vernascht. Treffpunkt, Schule? Zi. 05, Beeil dich.“ Mein Bauch zog sich zusammen. Ich zählte nach in exakt 160 Zeichen hatte er mich angefixt. Sebastian. Sebastian mit den grün leuchtenden Augen und dem exakt gegelten Haar. War er also doch dagewesen. Ich fackelte nicht lange und zischelte meiner Sitznachbarin zu. „Wenn die Baumgärtner fragt, ich bin schon einmal vorgegangen. Muss Pipi und mit meiner Blasenentzündung ist mir das Kirchenklo zu zugig. Da frier ich auf der Klobrille ein. Machst du das?“ sie nickte. Ich bedankte mich und ging in schnellen Schritten über den nicht geräumten, steileren Weg zur Schule. So schnell war ich wohl noch nie freiwillig zu diesem Ziel unterwegs gewesen. Das Profil meiner Stiefel warf einen Teil des Schnees nach oben. Meine Lungen füllten sich mit kalter Luft. Das Herz pochte bis zum Hals.

In Windeseile ließ ich die große, drahtdurchzogene Glassicherheitstüre hinter mir und durchquerte die Gänge. Hinter dem Grau der Betonwände und grünen Türen war nichts zu vernehmen. Die schmaler als die Klassenzimmer geschnittene Tür des Lagerraumes war angelehnt. Das unbeschriftete Türschildchen sprach für die kaum stattfindende Frequenz. Ich spielte durch, was ich zuerst sagen und tun würde. Strich meine Haare glatt. Griff zum Türgriff und spähte hinein. Die Jalousien waren bis zum Boden heruntergelassen und gekippt. Hinter dem zweiten Materialregal war seine Silhouette wahrzunehmen, das war ein inneres Gesetz das sich in ein paar Sekunden bestätigen sollte. Die Jacke über den Stuhl gehängt stand er mit seinem mit dem Logo einer Metalband versehenen Kapuzenpulli da und wartete auf mich. Langsam schloss ich die Türe. Mir fiel im selben Moment ein, wie unnütz das war da wir ja so ziemlich alleine in dem Komplex waren. Ich war ganz und gar keine Winterblüte, die sich in der Kälte wohlfühlte, so ließ ich mich von ihm aus meiner Jacke schälen nachdem er mich innig geküsst hatte. Ein wenig Wärme war abseits meiner hitzigen Spalte in mich gekrochen. Er strich über meinen Hinterkopf und löste endlich mit sachtem Druck die Spange, die sich klappend öffnete. Meine Haare flossen über meine Schultern. Mit zartem Druck erkundete er meine weiblichen Rundungen. Ich griff ihn unter seinen Schultern in den weichen Fleece Stoff um ihn nie wieder gehen zu lassen.

Mit seinem energischen Griff zog er mich trotzdem bedacht um die Ecke, damit man uns nicht direkt, wenn man den Raum betrat sehen konnte. Er legte unsere Decken auf den Boden. Unsere heißen Küsse setzten sich fort. An die Wand gelehnt saß ich mit vorgeschobenem Becken untenrum nackt da und grub meine Finger in den harten Feinschlingen Boden als er seinen Zeigefinger durch meine Mitte fahren ließ. Immer und immer wieder. Bis ich meine Hose selbst öffnete und die Spielwiese freilegte. Heute würde ich ihm das Gel aus seinen Haaren streichen, wenn ich ihn von Sinnen am Haarschopf packen würde. Weil ich ja nicht schreien durfte musste er dran glauben. Ich fummelte den Reißverschluss seiner Jeans auf und begann direkt seinen harten Strammen von der harten Enge tröstend zu lutschen. Er fühlte sich sogar in meinem Mund und Schlund gut an. Sebastian war der erste junge Mann dem ich gerne einen blies. Weil er auch so ausdauernd war dabei meine Leck-Muschel nicht in Ruhe zu lassen. Mein Saft war sein Suchtstoff. Mit fahrigen Bewegungen fuhr er mit dem Gummi über seine Rute. Ich begab mich in die Katzenstellung und war bereit für mehr Intensität. Die bekam ich auch in ganzer Ausführlichkeit und Tiefe. Der Schwanz war einfach wie geschaffen für mich. „Ich... ich komme flüsterte ich ihm gepresst entgegen.“ Spürte dabei wie sich der aufgestaute Lustpegel entlud und sein Penismuskel sich anspannte. Er griff in meine Hüften und ließ mich nicht mehr auskommen. „Woahh“, raunte er in den Raum. Wurde langsamer. Brachte sich zum Stillstand. Streichelte meinen unteren Rücken und zog sanft heraus, was mich beglückt hatte. In der Ferne hörten wir erstes Gepolter und Türangelquietschen der Zugangstüren zu den Fluren. Wir lächelten uns schelmisch zu ich kühlte wieder bekleidet die heißen Wangen im Handwaschbecken während Sebastian seinen Prachtstamm in die Hose räumte.

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