Aber Sie sollten keine Schlafmittel mehr nehmen und sich schonen. Ihr Körper reagiert anfällig auf Stress, den sollten Sie tunlichst vermeiden, ok?“
„Danke, Herr Doktor! Ich war zwar gerade erst zum Routinecheck dort, aber wegen der Pille haben Sie recht, dass sollte er sich ansehen.“
Zur Verabschiedung nickte er erst mir, dann Chris zu, gab uns die Hand und ging dann mit wehendem Kittel aus dem Zimmer.
„Davon hast du mir gar nichts erzählt, Schatz.“
„Wovon?“
„Von deinem Gespräch mit dem Arzt, ob du noch Kinder bekommen kannst, wegen der Pille und so.“
„Du hattest mit der Entführung genug eigene Probleme.“
„Aber Josie, sowas muss ich doch wissen! Nicht wegen der Pille, da mach ich mir keine Sorgen. Aber wegen der Kinder.“
„Na ja, jetzt weißt du’s ja. Und hätte die Untersuchung ergeben, dass ich keine mehr bekommen könnte, hätte ich es dir schon erzählt.“
„Warum reagierst du jetzt so sauer? Ist meine Frage denn nicht berechtigt?“
„Ich bin nicht sauer, weil du das gefragt hast. Sondern wegen des Zeitpunkts. Chris, du, Franzi und ich haben in den letzten Tagen Todesängste ausgestanden. Ich habe nicht darüber nachgedacht, ob ich Kinder möchte. Und jetzt, sofort nachdem Falk wieder da ist, ist das deine größte Sorge?“
„Bitte lass uns jetzt nicht streiten, Josie, ich will das nicht.“
Chris drehte sich von mir weg, packte weiter meine Tasche, während ich mich auf das Krankenbett setzte. Ihn so von der Seite anzufahren, war nicht fair gewesen. Eher sollte es mich freuen, dass er Interesse zeigte und sich um mich sorgte.
„Chris, kommst du mal bitte?“
Er stand auf und kam auf mich zu. Seine Augen waren nicht nass, aber leicht gerötet. Als er dann vor mir stand, mit respektvollem Abstand, zog ich ihn schnell an mich heran und ließ mich mit ihm zusammen auf’s Bett fallen.
Mit beiden Händen hielt ich sein Gesicht, wuschelte durch seine Haare, und küsste ihn innig.
Wo ist Falk?
Josie
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