In erster Linie für Chris, für Franzi und auch für mich. Mir fiel die Rolle des ‚Felsens‘ zu, der für alle anderen Personen um mich herum ‚in der Brandung stehen‘ musste.
„Hier kommen wir nicht weiter, Herr Reichelt. Am besten ist es, wenn wir in der Villa eine Fangschaltung aufbauen.“, fachsimpelte der Beamte. „Wir erwarten Sie dann dort!“
„Geht nur, ich komme schon zurecht. Aber haltet mich bitte unbedingt auf dem Laufenden, ja?“, lächelte Franzi kraftlos und schickte uns mit einer kurzen Handbewegung nach draußen.
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„Kannst du fahren?“
Chris hatte sich auf dem Flur auf eine der Bänke fallen lassen. Ich konnte ihm ansehen, dass er fix und fertig war. Seine Augen hatten tiefe Ringe bekommen und mit dem leeren Blick jeden Glanz verloren. Ich versuchte ihn in den Arm zu nehmen. Aber sogar das wehrte er ab.
„Ich kann das jetzt nicht.“, weinte er.
„Es würde dir vielleicht helfen, Schatz. Und denkst du nicht, mir würde es jetzt auch guttun? Chris, mir geht es damit auch nicht gut. Verstehst du das?“
„Tut mir leid, Liebling! Natürlich. Du hast ja recht!“
Chris ließ es dann doch zu, dass ich ihn in meine Arme zog. Seine Hand legte sich in meinen Nacken und kraulte mich dort. Sanft, ohne Druck. Ein vertrautes Gefühl, aber ich spürte, dass er nicht bei der Sache war. Es war so anders als sonst, wenn er das tat. In den Momenten, in denen die Welt in Ordnung, und sonst so voller Liebe war.
Der gegenseitige Trost machte uns für die kurze Auszeit etwas stärker. Er ließ uns etwas runterkommen, unseren Herzschlag beruhigen, soweit das jetzt möglich war.
Mir fiel es auch nicht leicht, den Sportwagen konzentriert durch den dichten Verkehr zu lenken. Sonst liebte ich es, dieses rote Traumauto, mit dem springenden Pferd auf dem Emblem, zu fahren, die neidischen Blicke der Männer und Frauen auf mich zu ziehen.
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