Nur, wenn ich mich an Chris schmiegte, und auch nur, wenn ich ihn fast dazu zwang, legten sich zögerlich ein paar Hände auf meine Hüften. Dabei hätte ich viel mehr als das gebraucht!
Wo war denn mein Fels, wenn ich schon der für alle anderen war? Es gab keinen …!
Die Villa war ohne Franzi und Falk nicht mehr die gleiche, wirkte verlassen, die Grabesstille machte uns noch nervöser. Es war nicht mehr das Zuhause, in das wir gerne zurückkehrten.
Die Bilder wurden uns gleich von den Polizisten abgenommen. Alle, bis auf eines, das wir unbedingt behalten wollten. Selbst, wenn es das letzte sein sollte, was uns an den süßen, kleinen Knirps erinnern sollte.
Von da an hatten wir ständig wenigstens zwei Beamte im Haus, die nur darauf warteten, dass eines unserer Telefone klingelte. Wenn das passierte, lief sofort ein Tonband mit und ein anderer Polizist versuchte den Anruf zu verfolgen.
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Die Sorge um unseren Sohn zermarterte uns, zerriss unsere Herzen, ließ uns keinen klaren Gedanken fassen. Ich liebte diesen Jungen, wie sehr er mir aber in den letzten Wochen tatsächlich ans Herz gewachsen war, wurde mir erst jetzt brutal vor Augen geführt. Auch Chris liebte ich, logischerweise anders als Falk.
Ich könnte mir vielleicht vorwerfen lassen, zu Beginn unserer Beziehung, Dankbarkeit mit Liebe verwechselt zu haben, oder mir nur eingeredet zu haben, dass ich in ihn verliebt war. Warum sonst geisterten zu der Zeit noch die Bilder von Sven durch meinen Kopf und verwirrten mich.
Daran dachte ich schon lange nicht mehr. Spätestens die schockierenden Ermittlungsergebnisse des Privatdetektiven hatten mich endgültig geheilt. Dazu der knallharte Blick von Chris und die Aufforderung, ihm abends meine Antwort
dazu zu geben, jagten mir noch heute einen kalten Schauer über den Rücken.
Später hatten wir noch lange darüber gesprochen und ich versprach ihm, wie schon einmal, dass eine Wiederholung auf keinen Fall stattfinden würde. Das, und die spätere ärztliche Untersuchung, die bei uns beiden ohne Befund war, beendete das Kapitel Sven/Herpes. Was blieb, war meine Sorge um Ela.
Stundenlang starrten wir regungslos auf unsere Telefone. Manchmal ging es nicht mehr und Chris fiel mutlos, verbittert
zitternd vor Aufregung, an meine Schulter, oder mit seinem Kopf auf meinen Schoß.
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