Renates Augen blickten zu Stefan. Es war ein erregendes Gefühl, das sie heimsuchte. Annegret erhob sofort Einspruch dagegen:
„Mama, das darfst du gar nicht! Lass mich sofort runter. Ich will nicht, dass du mir den Popo vollhaust. Das hast du doch noch nie gemacht! Komm schon Mama, das ist doch wirklich nicht nötig!“
Stefan fand, dass das Mädchen aufgeklärt werden musste. Er erläuterte ihr die Sachlage: „Da irrst du dich, Annegret! Deine Mutter ist deine Erziehungsberechtigte, was bedeutet, dass sie dir sehr wohl die Hosen strammziehen darf. Sei mal ehrlich, Annegret! Hast du deine peinliche Lage nicht selbst verursacht? Deine Mama hat dir also noch nie den Hintern versohlt? Ich denke, dass du glücklich sein kannst, eine solch tolerante Mutter zu haben! Bei mir wärst du schon früher überm Knie gelandet!“
Das Mädel schluchzte. Es stimmte ja! Annegret hatte wirklich einen Povoll verdient. Ihre Mama zog sie alleine groß, da ihr Vater in Frankreich fiel. Der junge Soldat verlor sein Leben in jenem sinnlosen Weltenbrand, den der größenwahnsinnige Diktator entfesselt hatte. Annegret hatte den Dickkopf ihres Papas geerbt. Sie erinnerte Renate in vielem an ihren Mann. Annegret war ein liebes Mädchen, das aber manchmal übers Ziel hinausschoss. Renate hatte es erst mit Ermahnungen probiert, dann mit Hausarrest. Sie gab ihrer Tochter etliche Chancen, ehe sie zu dieser altbewährten Erziehungsmethode griff. Anne, wie Annegret von den Freunden genannt wurde, liebte ihre Mama. Ihr fehlte aber auch ein Vater, der mal ein Machtwort sprach. Anne sehnte sich nach Orientierung, brauchte jemanden, der ihr klare Grenzen setzte. Das Mädchen dachte an Willi, den Jungen aus Rickys Clique. Er war sensibler als die anderen Gangmitglieder. Der 19jährige Tankwart ging sehr behutsam mit ihr um. Bisher hatten sie sich nur geküsst, wobei Willi seine Zunge benutzte. Anne wollte ihn nicht verlieren.
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