Charlotte machte ein Gesicht wie drei Tage Regenwetter. Sie hatte heute Geburtstag, noch dazu ihren 18ten. Nun musste sie ihn ohne ihre Eltern feiern, da der Tag unter der Woche lag. Ihre Eltern durften erst am Wochenende kommen, weshalb Charlie sehr traurig war. Ihre drei Zimmergenossinnen wollten sie aufheitern. Maggie hatte eine gute Idee, die sie gleich in die Tat umsetzte. Sie schwang sich aufs Fahrrad, um ins Dorf zu radeln. In dem kleinen Gemischtwarenladen fand sie das Gesuchte. Die Mädels hatten zusammengelegt, damit Maggie die zwei Sektflaschen bezahlen konnte. Tina meinte, dass es schon zwei sein müssten, um in Stimmung zu kommen. Lotte und Maggie stimmten ihr zu, frei nach dem Motto: wenn schon – denn schon! Die nette Verkäuferin drückte ein Auge zu, als das 18jährige Mädel die Flaschen orderte. Schaumwein und andere alkoholische Getränke durften ja eigentlich nur an Erwachsene verkauft werden. In den Fünfzigern nahm man es in dieser Hinsicht noch nicht so genau. Margot bekam anstandslos die 2 Flaschen. Sie verstaute sie in ihrer Tasche, ehe sie sich wieder aufs Rad setzte. Vor dem Laden stand ein etwas jüngeres Mädchen, das Maggie zuwinkte. Maggie kannte sie flüchtig. Es war Anne, die 18jährige Tochter der Verkäuferin. Sie wartete auf Willi, einen der Jungs aus Rickys Motorradgang. Ihrer Mutter Renate gefiel es nicht, dass sich Annegret, wie sie mit vollem Namen hieß, mit diesen jungen Männern herumtrieb. Das eigensinnige Mädchen gab jedoch nicht viel auf die Meinung ihrer Mama. Margot kümmerte das kaum. Sie radelte in einem Höllentempo, um schnell bei den andern zu sein. Maggie betrat freudestrahlend das Zimmer, schwenkte dabei triumphierend die Sektflaschen. Lotte holte gleich noch vier langstielige Sektgläser. Charlies Geburtstagsfeier konnte endlich beginnen!
Charlie wartete vor der Tür, fragte sich, was das werden sollte. Als sie Tina hereinholte, musste sie weinen.
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