Die Bilder und dieses beiläufige Geständnis ließen sie schwindelig werden. Eben hatte sie ihn noch als höflichen, kultivierten Angestellten wahrgenommen, nun sah sie ihn mit neuen Augen – nicht als Gastgeber, sondern als Unterworfenen, still und ergeben an die Seite seiner Herrin gebunden.
Und jetzt war sie selbst hier, in dieser anderen Welt.
Ohne dass jemand etwas gesagt hätte, hatte der Mann bereits ein Kleidungsstück gebracht: ein Kleid aus schwarzem Leder, glatt, schlicht, minimalistisch. „Anziehen“, wies Wolf an. Das Wort war Befehl, ohne Fragezeichen.
Sie gehorchte automatisch. Der Spiegel zeigte sie in einer Gestalt, die ganz anders als zuvor war. Sie wirkte nicht mehr gefährlich, sie wirkte wie eine Dienerin. Ob dies an ihrer Haltung lag, die sich automatisch der Anwesenheit zweier Doms angepasst hatte, oder ob es am Kleid lag, konnte sie nicht sagen. Sie sah ihr Spiegelbild an und war fasziniert. Am liebsten hätte sie sich selbst sanft über die Wange gestreichelt, so zerbrechlich sah sie aus. Aber die Kommentare der beiden Doms ließen keinen Platz für solche Eitelkeiten, vielmehr waren sie nüchtern, sezierend und schamlos ehrlich. Sie begriff, dass ihr Recht, sich selbst zu bewerten, ihr in diesem Moment entzogen worden war. Aber sie freute sich, dass sie in diesem Kleid den Anforderungen der beiden genügte, zumindest für den Anfang.
„Sie hat schon eine Regel gebrochen“, bemerkte Wolf.
„Ja, ich habe Dich darüber informiert“, sagte die Frau. Sie streifte sie mit prüfendem Blick. „Und du wirst das nicht ungesühnt lassen. Zehn vielleicht? Mit dem Paddle? Das wäre für eine Anfängerin angemessen.“
Sie wusste nicht, ob sie Angst oder Vorfreude empfinden sollte. Zum ersten Mal würde sie nun körperliche Züchtigung erleben. Ein Moment, den sie so herbeigesehnt wie auch herbeigefürchtet hatte.
Wolf: Eintritt ins Rudel
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Wolf: Eintritt ins Rudel
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