Wünsche einer Frau

Geschichten vom Anfang des Liebens

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Wünsche einer Frau

Wünsche einer Frau

Stayhungry

Ich brauche echtes, heißes Fleisch, einen harten Pimmel und schmutzige, wirklich schmutzige Küsse!

Wie soll ich das bekommen? Auf absehbare Zeit habe ich definitiv keine Lust, einen Sportverein voller Frösche küssen, in der Hoffnung, dass ein verborgener Prinz hervorploppt. Ich freu mich aufs Büro und meine Berge von Arbeit. Bei meiner Schwester werde ich doch bloß Blümchen gießen und schnell wieder verschwinden. So eine Nachbarschaft ist eine Zumutung!

*

Die besten Häuser in der Altstadt waren mit Arkaden gebaut. Seit Jahrhunderten schon war dies die angesagteste Flaniermeile, heute mit teuren Geschäften, Juwelieren und reizvollen Cafes, deren Bestuhlung weit hinaus in die Fußgängerzone reichte. Im Gewühl der Menschen, bepackt mit Unterlagen aus dem Büro und versunken in mein Smartphone eile ich um einen mächtigen Pfeiler herum hinaus auf den Gehweg – ohne auf den Strom der Hauptrichtung zu achten. Richtig: ich rausche in einen Passanten hinein, verliere meine Unterlagen, kann mein teures Telefon aber im Griff behalten. Der solchermaßen unsanft Touchierte reagiert wie ein Gentleman: grundlos entschuldigt er sich höflich – und lacht mir ins Gesicht. „Meine schöne neue Nachbarin! So kommen wir uns unverhofft näher, ganz ohne Gartenzaun!“ schäkert er ein wenig frivol. Ich entschuldige mich meinerseits, stammele wirres Zeug und gebe mich wohl reichlich verdattert.

Er bückt sich aber schon nach meinen Unterlagen und reicht mir mit einem sympathisch verkniffenen Lächeln meine Dokumentenmappe, neigt seinen Kopf an mein Ohr und flüstert: „Hinten im Cafe führt eine Wendeltreppe hinunter in den Keller dieses mittelalterlichen Gemäuers zu den Toiletten. Neben diesen gibt es noch einige weitere Türen, hinter denen sich Abstellräume und dunkle Verliese befinden. Hinter der letzten links werde ich es Dir auf einen Berg versiffter alter Kohlensäcke besorgen! Ich werde Deine ungewaschene Punze lecken, bis ich den letzten Rest Deines Saftes geschluckt habe und meine Lippen werden gierig an Deinem Poloch nuckeln, bis es sich mir öffnet und meine Zunge einlässt! Während meine Zähne Blutergüsse auf Deinen Schwanenhals zaubern und meine Nägel blutige Striemen in Deinen Rücken kratzen, werde ich Deinen Arsch ficken bis zum Anschlag und Du wirst wimmernd nur flehen, dass ich nicht aufhöre Dich zu ficken!“

„Hört sich gut an, gerne!“ lächelte ich zurück.

In Wirklichkeit hatte er mich nur charmant auf einen Kaffee eingeladen an einen freien Tisch am Unfallort. Aber ein Kaffee mit einem phantasievollen Liebhaber, der nicht ahnte, dass ich um seine weit gefassten Ekelgrenzen wusste, war doch ein Anfang, oder?

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