...Doch leider auch unbewaffnet. So musste ich die Kröte also schlucken
So grub ich denn schnaufend die Quelle frei und ignorierte die Uniformierten. Bald sammelte sich schon schmutziges Wasser in meiner Grube. Die Soldaten waren inzwischen damit beschäftigt, ein großes Rundzelt für den „Wüstenkönig“ aufzuschlagen.
„Dieses Wasser konnte man wirklich nur den Soldaten, ...und insbesondere ihrem arroganten Offizier anbieten“, … ging es mir durch den Kopf
Selbstverständlich lagen meine Wasserschläuche noch immer in ihrem Versteck bereit. Einen davon würde ich gern opfern, um mir die Gunst der schönen Prinzessin zu erschleichen. ...Und vielleicht auch, um mich ein wenig beim König einzuschleimen.
Dieser zeigte sich aber weniger dankbar, als ich erwartet hatte...
„Warum hast du den Schlauch nicht gleich zu mir gebracht?“ ...herrschte er mich an, als sei es die größte Selbstverständlichkeit, dass ich mein Wasser mit ihm teilte. Um ein Haar hätte er mich auspeitschen lassen. Doch während er gierig soff, und die Hälfte gar verschüttete, hatte er mich augenscheinlich schon vergessen.
Seine Begleiterin freilich, schenkte mir ein süßes Lächeln, während sie artig auf die Reste wartete. Sie füllte sich einen silbernen Kelch damit und genoss in kleinen Schlucken, wie es sich gehörte.
Ihr Schleier verrutschte. Und das gewiss nicht so zufällig, wie es erscheinen musste. Zu meiner Überraschung kam langes, dunkelblondes Haar zum Vorschein, wie es in meiner Heimat recht häufig anzutreffen war. Aber bei den hiesigen Wüstenbewohnern habe ich diesen Ton noch nie gesehen.
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