Yvette Kokett

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Yvette Kokett

Yvette Kokett

Andreas

“Naughty Ninette“ und ihr Name lautete Yvette. Es kam ihr so doof vor, dass es schon wieder gut war. Sie orderte mehrere Ausgaben, da sie einfach wissen wollte, was da geschrieben stand. Yvette sprach recht gut Englisch, weshalb ihr auch das Lesen in dieser Sprache kaum Schwierigkeiten machte. Nun erinnerte sie sich, wie sie das Buch verschlang, kaum dass es der Postbote abgeliefert hatte. Yvette las es in einem kleinen Hinterzimmer, in dem sie ihre Mittagspausen verbrachte. Sie erwartete eine erotische Geschichte, mehr oder weniger spannend geschrieben. Die kleine Halbfranzösin liebte solche pikante Romane, die heutzutage viel zu selten publiziert wurden. Yvette wollte nichts über die Unterdrückung der Frau lesen, wie so viele ihrer Zeitgenossinnen. Anfang der Siebziger Jahre ging es fast nur noch um Feminismus und wie frau die Vorherrschaft des Patriarchats durchbrechen konnte. Yvette wollte davon nichts wissen, wenngleich sie sich als emanzipiert bezeichnet hätte. Doch dieser Text entsprach eher ihrem Wesen, weswegen sie es sich gemütlicher machte. Yvette wusste ja, dass der Laden erst wieder gegen 14 Uhr öffnete. Sie hatte also genug Zeit, um in Ruhe in das Buch zu lesen.

Sie zog ihre flachen Schuhe aus und da sie gerne barfuß lief, auch gleich die Strumpfhosen, die sie wegen der Herbstkühle unter ihrem Rock trug. Selbiger Pencil Skirt in Rouge rutschte über ihre Knie, als sie sich mit dem Buch auf das Sofa legt. Yvette begann zu lesen. Ihre Beinahenamenscousine lebte im frühen 20.Jahrhundert in Paris. Ninette schlug sich durch, indem sie in einem Etablissement ihre Dienste anbot. Nun kam ihr Übername ins Spiel. Naughty Ninette lockte die Männer mit der Aussicht, ihr auf den Hintern hauen zu dürfen. Natürlich nur, wenn sie dafür bezahlten. Yvette fand das nachvollziehbar. Yvette bewunderte die Beiläufigkeit, mit der die Titelheldin ihre Offerten darbot.

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Gedichte auf den Leib geschrieben