Doch er hatte die Rechnung ohne unseren abenteuerlustigen Schmied gemacht. Der war nämlich in den letzten Jahren ziemlich weit herumgekommen, ...und inzwischen mit allen Wassern gewaschen.
Die ersten hundert Meter erkletterte er ohne große Mühe. Denn ein magisches Kribbeln zwischen den Beinen, gab ihm ungeahnte Kraft.
Die zweiten hundert Meter, waren schon ein bisschen schwieriger. Denn irgend so eine hinterhältige Drecksau hatte den polierten Stein auch noch mit Gänsefett bestrichen.
Zum Glück hatte August Feuernagel aber einen mächtigen Bart dabei. Den teilte er sogleich in zwei gleiche Teile, und verknotete ihn um das Gemäuer. So gelangte er knapp bis unters Ziel, nämlich das einzige Fenster.
Der König wurde ziemlich nervös. So weit war bisher noch keiner gekommen. Sein Herzmuskel zuckte bedenklich. Doch der Recke musste ja erst noch an den scharfen Rasiermesserklingen vorbei, die der findige Turmherr für alle Fälle in den Putz des oberen Mauerrings hat einfügen lassen.
Des Königs Lebensmuskel beruhigte sich einstweilen. Denn gerade wurde der dicke Bartknoten von einer blitzenden Schneide zerfetzt.
Doch die starke Hand des Schmiedes krallte sich so fest in den Putz, dass es Sand rieselte.
„Zapunzel, ...Zapunzel,... lass dein Haar herunter!“ ...rief der Handwerker in größter Not. Plötzlich stieg ihm ein scharfer Duft entgegen. Direkt vor seinen Augen baumelte ein dicker Zopf.
...„Mein Gott,... bist du schwer“, stöhnte die angestrengte Prinzessin, als sie ihren Retter endlich durchs Fenster gewuchtet hatte.
...„Wow“, staunte der Schmiedegeselle beinahe sprachlos, als er Visavis Zapunzels „Zapunzel“ gelandet war.
„Das sind mir ja wirklich mal ein paar lange Zöpfe!“
„Ja, …und jetzt kann ich sie endlich wieder abschneiden“, säuselte Zapunzel selig, während der Schmied schon ihr feuchtes Geheimnis lüftete. Er hatte ne ziemlich flinke Zunge…
„Zum Dank will ich dich zum König machen, und dir eine goldene Krone daraus flechten.
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