Sie stand nackt vor dem Spiegel und gefiel sich. Ihr Blick ging nach unten, zu ihren rot lackierten Zehennägeln, und sie war sich sicher: Chris würde ihre Nägel lieben, und wie! Er war ein einfach gestrickter, aber bildschöner Mann, kräftig gebaut, und Laura ahnte, dass er sie wirklich innig liebte. Ein einziges Mal hatte sie seine Schlafstatt besucht und war zuerst etwas irritiert gewesen ob der Poster an den Wänden: Grossbusige Frauen von damals, etwa Samantha Fox, und Motorradbilder, wohin das Auge reichte. Aber Laura hoffte auf leidenschaftliche Liebe – die sie mit Chris bisher noch nicht hatte geniessen dürfen. Die Gelegenheit war einfach noch nicht gekommen. Dann schlüpfte Laura in ihr Flanellnachthemd – exakt dasselbe Modell, das ihre Mutter besass – mit blauen Blümchen verziert. Sie legte sich aufs Bett, dimmte die bescheidene Nachttischlampe und hielt den Atem an. Dann hörte sie es, das Knacken. Lauras Schlafzimmer lag ebenerdig und war vom Garten aus problemlos einsehbar. Bestimmt hatten sie irgendwelche Dorfkerle schon beim An- und Ausziehen beobachtet, Spanner allesamt, aber „was ich nicht weiss, macht mir nicht heiss“, dachte Laura. Schon seit längerem hatten ihre Eltern sie davon zu überzeugen versucht, in den ersten Stock zu ziehen – aber Laura liebte den nach Tannenholz duftenden Raum mit dem grünen Kachelofen in der Ecke. Vorsichtig wurde das Fenster aufgeschoben, das Laura nicht verriegelt hatte, und kurz darauf erschien der Kopf von Chris mit seiner schulterlangen Mähne. Ein echter Rocker, ging es Laura durch den Kopf, und augenblicklich wurde ihr Unterleib warm.
„Hey...“, begrüsste Chris Laura. Ein Wortakrobat war der Dorfschreiner nicht, beileibe nicht, aber er verfügte, was das Schreinern angeht, über exzellente Hände. Hände, die eventuell auch über andere Fähigkeiten verfügten, als Mass zu nehmen, die Säge korrekt zu führen oder Tischplatten zu hobeln.
Zehennägel, rot lackiert - Teil 1
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Zehennägel, rot lackiert - Teil 1
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