Zehennägel, rot lackiert - Teil 2

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Zehennägel, rot lackiert - Teil 2

Zehennägel, rot lackiert - Teil 2

Anita Isiris

Hanna blickte derart verlangend an Chris hoch, dass es keiner weiteren Worte mehr bedurfte. Vorsichtig tastete Chris nach Hannas unter dem Nachthemd verborgenen Oberschenkeln, strich ihnen mit beiden Händen entlang Richtung Hintern, und von diesem konnte er kaum mehr ablassen. Hanna war schwerer gebaut als ihre Tochter Laura, verfügte aber exakt über dieselben Proportionen, dieselbe Hüften – Taille – Brust - Ratio. Gelassen liess Chris seine Hände auf dem Po von Lauras Mutter ruhen – wie bereits bei der Tochter, wollte er es auch bei deren Mama ruhig und gelassen angehen lassen.

Dann ergriff Hanna die Initiative, fast so wie ein Gottesanbeter-Weibchen, das sein Männchen allerdings irgendwann einmal mit Haut und Haar vertilgt. Sie ging ein paar Schritte rückwärts, liess aber nicht davon ab, Chris mit sich zu ziehen, Schritt für Schritt, so lange, bis beide eine diskret in die Wand eingelassene Tür erreicht hatten. Die Tür war unverschlossen und führte in einen Raum mit einer riesigen Matratze am Boden. Ansonsten war das Zimmer praktisch unmöbliert; Hanna musste sich kaum anstrengen, um den jungen Mann zu sich aufs dunkelgrüne Leintuch zu ziehen.

Der Raum diente als Gästezimmer – aber, im Fall von Hanna, eher als eine Art Liebeslaube. Hier hatte sie auch schon den Dorfpolizisten und den Gemeindeammann verführt, innig, lustvoll, leidenschaftlich. Lauras Mama verfügte über keinen Instagram-Body. Urbane Begriffe, Lebensanschauungen und -haltungen wie etwa die „Body Positivity“ waren noch nicht in diese rurale Gegend vorgedrungen. Ein Grund war wohl, dass hier eben noch echte Body Positivity vorherrschte, in deren Urform. Im Damen-Turnverein, dem auch Lauras Mama angehörte, gab es keinen BMI unter 27, sehr zur Wonne der Ehemänner, die ihre Frauen gerne miteinander verglichen, was deren optische Vorzüge anging, und das Taktile, das Mollig-Warme unter den gestärkten Leintüchern so sehr schätzten wie sonst nichts auf der Welt.

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