Zentai

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Johannes Seilmann

Dann begann mein Herz wieder schneller zu schlagen. Eine kleine Frau kam aus der Umkleide und nach ihrer eigenen Beschreibung hätte sie das sein können. War jetzt der Augenblick gekommen? Ich stand von meinem Barhocker auf, wohl bewusst, dass mein Geschlecht nicht so vollkommen entspannt war, wie sich das ein anständiger Mann wünschen sollte, wenn er einer Frau zum ersten Mal gegenübertritt. Und dann wurde ich gleich wieder unsicher, denn durch die Tür der Umkleide trat eine zweite Frau, die von ähnlicher Statur war. Jetzt wurde mir das prickelnde Risiko des Abends bewusst. Was, wenn ich den ganzen Abend mit einer Frau zusammen verbringen würde, von der sich hinterher herausstellte, dass es nicht die war, die ich zu treffen gehofft hatte. Und sie mir hinterher Erlebnisse mit einem Mann schilderte, der nicht ich war. Vielleicht hätte ich sie sogar lustvoll beobachtet. Welch ein Abend.
Ich würde sie ansprechen müssen. Oder ich würde an einem Zeichen erkennen, das ich richtig deuten musste. Erst jetzt wurde mir bewusst, dass hier nicht gesprochen wurde. Niemand sagte ein Wort. Das Einzige, was neben der leisen Musik zu hören war, war das leise Seufzen und Stöhnen von den Pärchen oder Gruppen, die schon zusammen gefunden hatten.
Die Frau, die als zweite durch die Tür gekommen, lehnte an der Wand und sah zu einem Pärchen in einer Nische herüber. Die beiden hatten ihre Hände zwischen den Beinen des anderen und reizten sich gegenseitig, dabei hatten sie die Köpfe aneinander geschmiegt und hauchten sich kleine Seufzer zu. Die Beobachterin an der Wand sah weiter zu und dann streichelte sie sich über ihre Brüste, deren Warzen hart durch den engen, glatten Stoff vorstanden. Langsam wanderte eine Hand zwischen ihre Schenkel. War das das Zeichen, auf das ich gehofft hatte?
Ich versuchte, ihre Aufmerksamkeit zu erregen, in dem ich mich bewegte und meine Hand auf meinen nicht mehr zu übersehenden Ständer legte.

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Gedichte auf den Leib geschrieben