Ja, sie waren aus zwei verschiedenen Welten, aber privat spielte sich Sebastian nie auf. Er tat nicht auf wichtig, besonders klug oder sonst wie abgehoben. Er sagte immer, dass ihn der Kontakt mit normalen Menschen „erden“ würde. Bei Helena lag der Fall anders - wenn sie da war! Kevin fragte sich immer, warum Sebastian die Eule nicht längst in den Wind geschossen hatte. Hübsch alleine genügt doch nicht.
Als das Wetter es endlich zuließ, saßen die Männer vor der Gammelbude von Kevin und Saskia beieinander. Saskia hatte Spätdienst und würde nicht vor Neun erscheinen, Helena war in St. Tropez, Nizza oder weiß der Kuckuck. Manchmal verlor sogar Sebastian den Überblick.
Ein Bier hatte das andere gegeben und beide waren schon sehr guter Stimmung. Als Sebastian alte Wunden aufriss und auf den alten Eriba zu sprechen kam und ob da nicht langsam mal ein neuer fällig wäre, da brach es plötzlich aus Kevin heraus.
„Eigentlich sind wir ja ganz zufrieden mit unserem Leben, Saskia und ich, … wenn da nicht dieser ‚alte Frost‘ wäre.“
„Alter Frost?“, Sebastian verstand nicht.
„Na ja, wir haben mal ein bisschen Blödsinn gemacht und aus der Zeit haben wir beträchtliche Schulden, von denen wir nicht runterkommen. Von daher ist an einen neuen – nicht einmal an einen gebrauchten – auf keinen Fall zu denken.“
Sebastian zeigte sich betroffen: „Oh, das wusste ich ja gar nicht. Soll ich … soll ich dir …“
„Auf keinen Fall“, Kevin funkelte seinen Trinkkumpanen an. „Ich möchte keine Almosen.“
„Ja, und Saskia, wieso arbeitet die nicht Volltags, das würde doch helfen“, bohrte Sebastian nach.
„Nein, das gönnen wir uns, haben wir beschlossen. Sie soll ausgeruht sein, für mich“, er grinste anzüglich, „und nicht gestresst. Schließlich möchten wir ja noch ein Kind.
Ziemlich beste Freunde
Campingplatzgeschichten
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