Von der sozialen Herkunft hatten sie nichts gemeinsam, aber das hinderte sie nicht, eine gute Campingfreundschaft zu pflegen. Kevin und Saskia, er Lagerist in einem Industriebetrieb, sie Krankenschwester in Teilzeit, sowie Sebastian, Erbe, und seine Freundin Helena, Freundin.
Während Kevin und Saskia eine kleine Dreizimmerwohnung in der Stadt hatten und sich nebenbei mit Müh und Not einen Dauerstellplatz auf einem nahegelegenen Campingplatz leisteten, hatte Sebastian, reich in 3. Generation, als typischer Erbe mehrere Wohnsitze an schönen Orten dieser Welt. Dennoch liebte er aber eigentlich die Einfachheit und Zurückgezogenheit auf dem Campingplatz und war dort mit seiner Luxusfreundin – wenn diese dort war! Man durfte Freundin Helena durchaus als teures Hobby betrachten, da diese sich 24/7 als ‚shopping queen‘ betätigte und sehr viel mit anderen Reichen und Schönen unterwegs war.
Kevin und Saskia verbrachten im Sommer nicht nur die Wochenenden auf dem Platz, sondern oft auch mehrere Wochen am Stück, denn sie hatten es beide zu ihren Arbeitsstellen nicht weit. Für Sebastian war es egal, wo er sich aufhielt. Er konnte von überall arbeiten. Ein bis zwei Stunden täglich kümmerte er sich am Telefon und per Skype um seine Konzern-Holding. Bei allen Konzern-Töchtern hatte er Geschäftsführer und Vorstände die ihm die tägliche operative Arbeit vom Hals hielten. Natürlich hauste Sebastian nicht wie die beiden in einem abgeranzten, uralten Wohnwagen der Marke Hymer Eriba Taiga, der vermutlich gar nicht mehr fahrtüchtig und umsetzungsfähig war, sondern in einem Luxus-Reisemobil der Marke MORELO GRAND EMPIRE 119 GSO. Er hatte von dem Wert des noblen Gefährts nie ein Aufheben gemacht, aber Kevin war sicher, dass 350 000 Euro nicht gereicht hatten.
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