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Tinas Geschichte - Teil 20

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Stayhungry

Fast bereute ich es, meiner immer noch in mir schlummernden Neigung Ausdruck gegeben zu haben. Mit weiten Augen, die Arme nun um seine Hüften, drückte sie sich an ihn, fragend ihr entsetzter Blick.

Mit Schmerz den Schmerz besiegen – K. hatte einst erfahren müssen, dass dies ein Weg für mich war, Trost und Erleichterung zu finden, als ich ihn verließ. Ich hatte ihm dies nie abgefordert und er hatte nie erkannt, dass es ein Weg zur Lust für mich war. Und jetzt musste er sich entscheiden. K. holte aus, zaghaft. Härter, forderte ich ihn keuchend auf, härter! Dann hatte er das richtige Maß gefunden. Wellen der Lust durchfluteten mich mit jedem Hieb noch bevor ich gefickt wurde. Auch K. war sichtlich unruhig, mit meiner lustvollen Reaktion ganz anders erregt als mit leidenschaftlicher Zärtlichkeit und Liebkosung. Diese Erregung schien auf seine Liebste überzugreifen. Gebannt verfolgte sie das Geschehen, stimulierte ihn zwischen seinen Beinen, hielt seine Hoden in sanftem Griff umfangen, kraulte, massierte.

Als es K. genug schien, drang er von hinten in mich ein, stieß mich von Anfang an sehr heftig, und Simone liebkoste mich mit Händen, Zunge und Lippen. Ich ließ mich nur willenlos treiben und kam sehr laut. K. zog sich aus mir zurück, zog Simone schnell vor sich und nahm sie von hinten. Hart stieß er auch in sie, umfasste ihren Nacken, drückte sie fest nach unten und sie schien das zu lieben. Als er kam, zog er sich schnell aus ihr zurück und ergoss sich in meinen Mund. Verlangend, über seiner Eichel vibrierend, züngelnd sog ich alles aus ihm und schluckte seinen Nektar. Seine Knie zitterten, er sank zwischen uns Frauen und in unseren schmutzigen Küssen waren wir eins.

Das war’s dann auch.

*

Wie es weiter ging, sollte ich nicht mehr erfahren, denn der Wecker meines Smartphones tat seinen ungeliebten Dienst. Enttäuscht, ernüchtert, mit schwerem Kopf vom schweren Wein des gestrigen Abends quälte ich mich aus dem Bett und trat unter die Dusche. Eine Ewigkeit ließ ich es laufen. Im Wechsel von wohliger Wärme und belebender Frische erinnerte ich nochmals jedes Details meines feuchten Traums und vollendete, was mir in der Wirklichkeit nicht vergönnt war. Mein morgendlicher Kater-Orgasmus entspannte mich tatsächlich. Ich stieg aus der Dusche, trocknete mich, zog mich an. Dann schaffte ich noch ein wenig Ordnung im überlassenen Bett und folgte dem herrlichen Duft von starkem Kaffee in den Wintergarten, wo K. und Simone schon beim Frühstück saßen.

Hast Du einigermaßen gut geschlafen? fragte mich K., als ich mich zu ihnen setzte, obwohl mir sicherlich ansahen, dass dies nicht der Fall war. Nein, antwortete ich ehrlich und Simone verzog bedauernd den Mund zu einem gequälten, verstehenden Lächeln. Es gab nicht viel zu reden und wir hatten keine Verlegenheit zu bewältigen nach dem vergangenen Abend. Ich würde mich in die Arbeit begeben und wie es weitergehen würde, war offen. Noch vom Frühstückstisch aus bestellte ich ein Taxi. Als es vorfuhr, verabschiedete sich Simone sehr herzlich von mir und K. begleitete mich noch zur Straße.

Bevor ich ins Taxi stieg, drehte ich mich nochmal um zu ihm und sagte entschlossen: Ich werde ihn verlassen! Ich weiß, nickte er und winkte mir zum Abschied hinterher.

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