Zu Dritt

Tinas Geschichte - Teil 21

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Stayhungry


Ich weiß nicht, ob eine derartige Beziehung funktionieren kann. Vielleicht, wenn die Damen in Freundschaft verbunden sind und den Mann verführen, als Liebesspiel ohne an das Zuvor und das Danach zu denken wie die Orgien der klassischen Antike. Wie so etwas auf Dauer gehen soll, weiß ich überhaupt nicht. Für mich jedenfalls war es die Fleischwerdung seiner Zerrissenheit, von mir nicht loszukommen und sie doch gänzlich erreichen zu wollen. Mit der Zeit verletzte mich die Lage selbst mehr als irgendein Verhalten der beiden.

Du kannst nur einem Menschen in die Augen sehen, hatte K.s unbekannte arabische Schöne gesagt und wieder einmal sollte sich diese Weisheit bewahrheiten. Weit, sehr weit hatte ich mich mit den Jahren entfernt von den Zumutungen, die ich K. zu dulden abverlangt hatte. Ich beendete diese unklare Situation, indem ich meinem Gatten mitteilte, dies sei künftig nicht mehr angemessen für meine Gefühlslage. Ich glaubte, ihm Erleichterung anzumerken und auch von ihrer Seite kam kein Versuch mehr, eine unkonventionelle, in Wahrheit aber trügerische erotische ldylle aufrecht zu erhalten.

Ich erlag seinen traurigen, dunklen Augen noch einige Male allein und nahm es ohne nachzudenken, aber seine Ziellosigkeit lag offen vor mit wie ein aufgeschlagenes Buch. Dass er nicht zwischen uns im selben Bett lag, war nur eine Nuance des gleichen Problems. Sein weiteres Werben, das interessanterweise eine deutlich höhere Frequenz und lntensität aufwies als vor dem Beginn seiner Affäre, ließ ich ins Leere laufen. Nein, ich konnte es nicht mehr ertragen, wenn er wieder vor meiner Tür stand, sich plötzlich wieder nach mir sehnte. Selbst wenn er sich für mich entscheiden würde, es könnte nicht mehr das sein, was es einmal war und ich konnte mir auch nichts Neues vorstellen, das dem Glück der vergangenen Jahre gleichkommen könnte.

Unser Bild als tanzendes Paar im Büro verschwamm vor meinen Augen im Fluß der Tränen.

Einen Moment noch zögerte ich, dann nahm ich es ab.

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