Wenn zwei Männer es schaffen, dieselbe Frau miteinander zu lieben, dann dringen sie in sie ein und begegnen sich in ihr auch körperlich, spüren einander. Das war uns nicht möglich, wir mussten dies anders fühlen und es war uns gelungen. Er aber musste haushalten mit seinen Kräften, planvoll vorgehen, um die sensible Balance dieser außergewöhnlichen Begegnung, die auf keine Erfahrung oder Routine zurückgreifen konnte, nicht zu zerstören.
Dieses Dreieck der Liebe mochte noch irgendwie funktionieren als Strukturierung einer Patchworkfamilie, aber als beglückende Erfahrung in der sinnlichen Liebe erwies es sich nicht. Die paar Versuche, dieses wunderbare Erlebnis zu wiederholen, begannen in Verlegenheit und mündeten nur noch in leidlicher Zufriedenheit. Angesichts einer nicht uneingeschränkten Leistungsfähigkeit meines Ehemannes musste im nüchtern körperlichen Bereich immer irgendwie eine der Damen zurückstehen. Und auf ihm lastete ein erkennbar hoher Druck, sich gerecht zu entscheiden. Aber auch seelisch-sinnlich erwiesen sich diese Versuche als belastend, denn auch mit aufrichtigem Vorsatz zur Offenheit waren wir doch Rivalinnen, von denen jede seine Liebe für sich allein ersehnte.
Die unklare Situation also wie auch die Last für meinen Mann, der nicht für die Vielweiberei geschaffen war, erzeugten Gereiztheiten, Spannungen. Wir stritten über Dinge, die uns selbst lächerlich erschienen, aber als Anlaß bereitwillig verwendet wurden. Es ging hin und her und die Koalitionen wechselten, bis sogar wir Frauen uns in den Armen lagen und beschlossen, den Kerl in die Wüste zu schicken, diesen Schweiger, der uns in diese Lage gebracht hatte und keine Struktur finden konnte oder wollte – typisch Mann eben.
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Tinas Geschichte - Teil 21
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