Zu Gast

Amazonengeschichten - Im Land des Nordens - Teil 4

48 6-11 Minuten 0 Kommentare
Zu Gast

Zu Gast

Stayhungry

*

Das ist ein ganz besonderes Schwert, ein Payann-Schwert. In vielen Lagen übereinander geschmiedet, ist es hoch elastisch und tödlich scharf, eine Gefahr auch für den Kämpfer selbst. Den Schlag eines anderen Schwertes darfst du nur mit dem hinteren dicken Drittel parieren, der vordere Teil würde schnell zerbrechen. Doch mit hoher Geschwindigkeit geführt, dringt die schmale Klinge durch fast alles, was lebt. Manher blickte Emet ernst in die Augen. Ich schenke es dir! Das kann ich nicht annehmen, wies Emet ihn zurück. Dieses edle Teil hat den Wert des Lohnes von Monaten. Dir und deiner Familie entgeht ein Vermögen, wenn du es einfach so mir überlässt. Manher antworte ernst: dort, wohin du ziehst, wirst du es dringend brauchen Besser noch wäre eine Hundertschaft so ausgerüsteter Krieger. Von Arrnos aus werden all die Metalle aus den Bergen geholt, mit denen wir diese nützlichen und schönen Dinge fertigen. Sie haben eine dunkle Seite, an ihnen klebt Blut, auch wenn wir es nicht sehen. Man könnte diese Erzgewinnung mit redlichen Bergmännern betreiben, denen man einen ehrlichen Lohn gönnt für eine schwere und gefährliche Arbeit. Doch die Herrscher von Arrnos sind Menschenschinder. Sie versklaven Wehrlose und beuten sie in schlimmster Weise aus, um schnell und gierig ihren Wohlstand zu mehren. Es ist ein dunkles Land, über dem Tod liegt und Verwesung. Machen wir es so: du übernimmst dieses Schwert als Leihgabe, erzählst jedem, wer es geschaffen hat und kehrst wohlbehalten wieder. Dann kannst du es mir gerne zurückgeben.

Emet verstand. Er wollte einfach wirklich nur, dass sie überlebt. Und das meinte er als Mensch und als Mann. Zart strich seine Hand von ihrer Stirn über ihre linke Wange und ihren Hals auf ihre Brust. Sanft glitt sein Zeigefinger in die Furche zwischen ihren im Wams verschnürten Brüsten. Emet lächelte. Wir werden heute Nacht noch einmal Liebe machen, hauchte sie. Oder meinst du, Suki mag nicht? Manhers Gesicht heiterte sich auf. Suki? Suki ist verrückt nach dir, wie wir alle hier!

Das wollte ich hören, raunte Emet genüsslich, drehte sich um und schritt mit wiegenden Hüften zur Tür, das tödliche Schwert wie eine neckische Reitgerte für besondere Zwecke über die Schulter gelegt. Ein kurzer, schelmischer Blick zurück bewies ihr, dass er guckte. Bis heute Abend verabschiedete sie sich, und das war nicht nur Höflichkeit, sondern auch Verheißung.

Klicke auf das Herz, wenn
Dir die Geschichte gefällt
Zugriffe gesamt: 11991

Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen.

Gedichte auf den Leib geschrieben