Zu viel des Guten

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Zu viel des Guten

Zu viel des Guten

Chloé d'Aubigné

Auf einen Kaffee, der dann länger als geplant dauerte. Ein Abendessen, das bis spät in die Nacht ging. Ein Sonntagsbrunch, der den ganzen Tag einnahm. Er erzählte nicht viel von sich, aber ich hatte nie das Gefühl, dass er etwas verheimlichen wollte. Eher, dass er keinen Grund sah, mich mit Worten von sich zu überzeugen. Ich durfte mir ein eigenes Bild von ihm machen und das gefiel mir.
Als wir schließlich zusammen waren, hatte es auch nichts von einer Entscheidung. Es war eher die Konsequenz dessen, was wir aufgebaut hatten. Und was wir auch schätzten.
Er lebte nicht weit von mir, in einer Wohnung, die auf eine unaufdringliche Weise stilvoll war. Nichts wirkte ausgestellt, und doch hatte alles seinen Platz. Und auch seine Funktion. In der Küche stand eine sehr exklusive Espressomaschine. Nicht als Schauobjekt. Sie wurde täglich benutzt. Neben ihr kleine Dosen mit verschiedenen Röstungen, aus denen er täglich auswählte und die Bohnen frisch mahlte.
Er war kein Mann der großen Gesten. Auch nicht der großen Worte. Aber er war ein Genießer. Ein Glas Wein unter der Woche, ohne Anlass. Und wenn er nicht die ganze Flasche leeren konnte, war dies kein Problem, solange nur das eine Glas wirklich geschmeckt hatte. Oder auch das zweite, wenn ihm danach war. Ein Stück prämierter Käse, den er zufällig beim Einkaufen gesehen hatte und ihn sogleich probieren wollte. Es waren alles Dinge, die ich auch genoss. Aber anders. Ich war vorsichtiger. Er war nicht bedacht, etwas aufzuheben. Oder auf besondere Gelegenheiten zu warten. Vielmehr genoss er, worauf, wann und wie er Lust hatte.
Ich bemerkte das, ohne es ihm gleichtun zu können. Und er, er drängte mich nicht dazu.
Dann kam dieser eine Abend. Es war ein Dienstag oder Mittwoch, ein ganz belangloser Tag in der Mitte der Woche, ja, einer der schlimmsten Tage, wenn man arbeiten geht.

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