Zuhause – aber wo war das?

Nach dem großen Sterben – Die Bruderschaft

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Zuhause – aber wo war das?

Zuhause – aber wo war das?

Reinhard Baer

In derartigen Momenten genoss ich einfach und ohne Reue.

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Um Nullzehnhundert am anderen Morgen versammelten wir uns um den Besprechungstisch beim Commander. Auch wenn Kris nicht zum Führungskader gehörte, durfte sie natürlich anstandshalber dabei sein. Ich begann entsprechend auch meinen Bericht damit, zu erwähnen, dass sie sich sehr gut geschlagen habe und ich sie für Außeneinsätze empfehlen würde. Dann hätte das Einsatzteam auch vor Ort medizinische Kompetenz. Der Commander nahm das unkommentiert zur Kenntnis.

Dann berichtete ich den Verlauf unserer Kundschaftermission und unsere Beobachtungen. Meine Worte wurden immer mal wieder von Kris ergänzt. Sie machte das aber gut, es wirkte nicht vorlaut oder besserwisserisch. Sie assistierte eher behutsam mit der Schilderung ihrer Eindrücke, und das diente durchaus der Abrundung des Vortrages, so dass sich unsere Zuhörer offenbar ganz gut einfühlen konnten. Unsere Leichtsinnigkeiten, z. B. die Fickerei im Wald unweit der toten Zone, erwähnten wir natürlich nicht – logisch!

In der anschließenden Diskussion wurde schnell klar, dass wir mit einer Überraschungsaktion des üblichen Stils hier Probleme haben würden. Ich konnte tatsächlich noch keine wirkliche Strategie empfehlen, und wir beschlossen gerade, das Gehörte und Erlebte noch etwas sacken zu lassen und dass alle Teilnehmer des Briefings sich Gedanken machen sollten, da platzte die Zugfunkerin Virginia in die Sitzung. In der Hand hatte sie ihren Notizblock mit der hastig hingekritzelten eingegangenen Botschaft. Was war so dringend, dass sie unsere Sitzung unterbrach?

Sie riss den Zettel ab und übergab ihn an mich.

Gemeinsam mit dem neben mir sitzenden Commander las ich:

„VON S327 FREDERIK AN RICK CAVERNER UEBER M14 COMMANDER TERRY/BRUDERSCHAFT + WIR WERDEN ANGEGRIFFEN. HARRY SILVER +“

Als die Funkerin merkte, dass keine Befehle erfolgen würden, trat sie ab. Ich schaute Terry fragend an, wies auf den Meldungskopf „S327 Frederik?“

„Ja, sieht so aus, als ob Frederik jetzt auch eine Richtfunkstation hat, vielleicht auf Betreiben des Städtebündnisses ‚United Communities of Broken Bow‘, um besser Kontakt halten zu können. ‚S‘ steht für stationär, siehst du hier … ‚M‘ bedeutet mobil, das sind wir.“ Den eigentlichen Inhalt hatte ich aus Verlegenheit erstmal ausgeblendet. Nun wurde es aber Zeit, sich damit zu befassen.
„Der Bürgermeister will bestimmt, dass ich komme. Als Sniper war ich schon das eine oder andere Mal nützlich.“ Im letzten Moment hatte ich mir das Wort ‚Nachhause‘ verkniffen, fast wäre es mir rausgerutscht, aber Kris saß neben mir. Das wäre ihr aufgefallen.

Terry ging darauf zunächst nicht ein. „Die Besprechung ist beendet. Neuer Termin wird bekanntgegeben. Es bleiben im Raum: Kris und Rick. Alle anderen: wegtreten.“

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