Zwei-Faktor-Authentifizierung

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Zwei-Faktor-Authentifizierung

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Chloé d'Aubigné

Dann blieb er stehen, lehnte sich leicht vor und öffnete eine schmale Tür, schob sie auf – und mich hinein. Der Flur war schmal, gedämpft, voller Schatten und dem Geruch alter Wände. Holz, Staub, etwas wie Haut.
Die Tür fiel hinter uns zu. Der Klang war leise, aber endgültig. Und danach folgte eine dumpfe Ruhe, die wir mit Spannung füllten. Ich spürte, wie die Luft zwischen uns dichter wurde, schwerer, vibrierend. Meine Schultern streiften seine Brust; winzige Funken sprangen über, statisch und warm. Ich lachte – zu kurz, zu hell, aus Spannung geboren. Er schwieg. Sein Blick blieb an meinem Gesicht hängen, er begutachtete mich genau, ließ seinen Blick über meine Augen, meinen Mund gleiten, dann ein wenig tiefer. Ein stilles Abtasten. Kein Lächeln diesmal, kein Zögern. Nur dieses „Ja“, das schon in seinem Atem lag. Ich nickte – kaum merklich, aber genug.
Dann veränderte er sich.
Er griff nach mir und war dabei eine Spur fester, als ich es erwartet hätte. Aber es gefiel mir. Zeigte er mir doch damit, dass ab sofort ein neuer Rhythmus des Spiels begann.
Seine Hand legte sich auf meine Hüfte, zielgerichtet, sicher. Ein Griff, der keine Fragen stellte. Und ein Körper, der mich gegen die Wand hinter mir drängte. Ich fühlte, wie der kalte Putz meinen Rücken berührte, während seine Wärme sich über mich legte. Es war keine Hast in dieser Bewegung, keine Eile, sondern Absicht und pures Auskosten des Moments. Einen Hauch näher mit seinem Gesicht an meines, dann noch näher. Wir verharrten ganz nahe. Konnten den Atem des anderen spüren, beinahe die Wärme, die das Gesicht ausstrahlte. Doch er küsste mich nicht. Noch nicht.
Er hob meine Hand, legte sie an die Wand über mir, hielt sie dort einen Moment bewegungslos fest – eine Aufforderung an mich, der ich nachkam. Ich hob die andere von selbst.

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