Während des Essens unterhielten wir uns über Belangloses – und ich war ziemlich überrascht, als ich mit einem Mal Doris´Füsse an meinem Schienbein spürte. Sie plapperte fröhlich daher und erkundigte sich, ob ich noch ein wenig Risotto möchte. Dazu rieb sie an meinem Schienbein, was kein Zufall sein konnte. Was wollte sie mir mitteilen? Die an sich harmlose Geste nahm eine etwas unangenehme Wendung, weil ich feststellen musste, dass Bernd sich zurück lehnte und unter den Tisch blickte. Er verzog den Mund zu einem breiten Grinsen. Doris spielte weiter und legte wenig später ihre Füsse auf meinen Stuhl, zwischen meine Beine. Dort liess sie sie vorderhand ruhen. Ich liess sie gewähren und versah die Köchin mit verdienten Komplimenten.
Es wurde kühl, wir nahmen unsere Weingläser und gingen nach drinnen. Das Abendmahl war herrlich gewesen; ich mochte nichts lieber als Cipollate, Risotto und Sommersalat, fühlte mich innerlich warm und war glücklich. Doris kauerte sich auf die Couch, Bernd legte den Arm um sie. Ich setzte mich dem Paar gegenüber. Doris´Wespentaille war wirklich bewundernswert. Nichts, keine Pasta, kein Tirami Su, kein Chianti schien ihr etwas anhaben zu können. Keck drängten ihre Brüste gegen den mausgrauen Pulli, und ihr Gatte, fanatischer Liebhaber der italienischen Küche, küsste ihr rechtes Ohr. Durch die grosse Wohnzimmerscheibe schimmerte von draussen die Glut, der zunehmende Mond hatte eine etwas unwirkliche rötlich-orangene Farbe, und die drei Pappeln im Garten wiegten sich im Abendwind. Ich leerte mein Chiantiglas, freute mich auf den Espresso, aber auch auf mein kuschliges Bett zuhause.
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