Zwei Männer in der Wildnis

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Zwei Männer in der Wildnis

Zwei Männer in der Wildnis

Robert Becker

Tom Murphy war am Ende seiner Kräfte, als er an dem kleinen Rangerhäuschen zusammengebrochen war. Er hatte seinen Geliebten, John Peters, den ganzen gottverdammten Berg hinunter geschleppt.
Die Ranger hatten sich um John, dem es sehr schlecht ging, gekümmert und sofort einen Hubschrauber verständigt, der ihn ins nächste Krankenhaus gebracht hatte.
Das Krankenhaus hatte zwar in der Rangerstation angerufen und Bescheid gesagt, dass John über dem Berg war, aber das beruhigte Tom nicht wirklich.
Der Ranger musste noch einen Bericht über das was geschehen war schreiben.
Er war ein großer schlanker Mann vom Stamm der Sioux, die hier gelebt hatten, bevor der weiße Mann dieses Land für sich beansprucht hatte.
Der Ranger lächelte ihn mit seinen fröhlichen leuchtenden Augen an, stellte ihm eine große Tasse Kaffee hin und fragte freundlich: ”Können wir jetzt darüber reden was geschehen ist, oder fühlen Sie sich noch zu schwach dazu?”
Müde lächelnd antwortete Tom: ”Das ist eine lange Geschichte!”
Der Ranger erwiderte lächelnd: ”Wir haben eine Menge Kaffee und noch viel mehr Zeit!”
Tom musste lächeln, aber anderseits war er auch verzweifelt, denn sein Leben hatte sich in den letzten zwei Wochen grundlegend geändert und jetzt war er nicht nur unsicher und verwirrt. Er hatte sein wahres Ich gefunden und seine wahre Liebe, die er berühren wollte, die er riechen und schmecken wollte, aber vor allen Dingen wollte er seine warme Stimme hören.
Er hätte nie gedacht, dass er sich in einen Mann verlieben würde und doch ist es geschehen.
Es begann nach seiner Scheidung.
Seine Frau war eine blutsaugende geldgierige Giftnatter und hätte er John, der ihn als Anwalt vertrat, nicht gehabt, wäre er so arm geworden, dass er hätte betteln gehen müssen.
Sie wollte alles haben, selbst die Werte, die er vor der Ehe erworben hatte, wollte sie haben.
Aber John hatte dafür gesorgt, dass er sie mit einer kleinen Summe als Abfindung und einer noch kleineren Unterhaltszahlung abspeisen durfte.
Tom erinnerte sich noch sehr genau daran, wie wütend sie war, als der Richter ihr gesagt hatte, dass sie jung genug war, um noch arbeiten gehen zu können.
Sie hatte wütend den Gerichtssaal verlassen. Aber das Beste war immer noch, als der Scheriff vor ihrem Lamborghini, der ab sofort ihm gehörte, stand und den Schlüssel von ihr forderte. Doch wirklich schlimm wurde es, als der Scheriff Tom den Schlüssel gab.
Sie flippte vollkommen aus und als ihr auch noch ein Absatz von ihrem teuren italienischen Schuh abbrach, zog sie ihn aus und warf ihn dem Scheriff wütend an den Kopf.
Das war ein großer Fehler, denn er nahm sie mit und sperrte sie für eine Nacht ein. Tom und John gingen an diesem Tag, erleichtert über das Urteil, groß Essen und es war das erste Mal, dass John wirklich offen zu Tom war, denn er beichtete Tom, dass er homosexuell war.
Doch für Tom war das kein Problem, obwohl er sich noch nicht wirklich Gedanken über einige Gefühle gemacht hatte, die er bei sich bemerkt hatte.
Tom wollte sich nicht nur dadurch bedanken, dass John ihn wirklich gut verteidigt hat, indem er noch etwas auf das vereinbarte Honorar drauflegte, er wollte John zu einem Jagdurlaub in den Bergen einladen. So schlug Tom vor, dass sie beide zusammen eine Woche in die Rocky Mountains verbrachten.
Ein Geschäftsfreund von Tom hatte dort eine Blockhütte an einen abgelegenen See, allerdings erreichte man die Hütte nur zu Fuß, oder mit dem Pferd.
Doch es war vorher noch eine Menge Arbeit zu erledigen, denn er konnte seine kleine, aber gut gehende Firma nicht einfach so für eine Woche zurücklassen.
Auch John musste einige Termine verlegen, denn er war schließlich seinen Mandanten gegenüber verpflichtet und er nahm jede Verpflichtung ernst.
So traf man sich am Freitag Nachmittag an einem Forsthaus in der Nähe des Tals.
John hatte drei Pinto`s (scheckig gefleckte Westernpony`s) besorgt.
Das dritte Pferd wurde gebraucht, um das Gepäck und einige Vorräte zu transportieren, denn sie wussten nicht, was sie dort oben erwartete. Außerdem wollte man Urlaub machen und das hieß auch, die Jagd sollte ein kann sein und kein muss.
Zum Glück hatte John auch einen umfangreichen Erstehilfekoffer mitgenommen.
Die Hütte lag weit ab in einem tiefen Tal, in dem weder Funkgerät noch Handy funktionierten.
Nachdem sie die Pferde gesattelt hatten und das dritte Pferd beladen hatten, ritten sie los.
Der Weg ging zuerst steil hoch, doch das war nicht das Problem.
Das Problem war die Zeit, denn sie mussten den Pass in das Tal vor Sonnenuntergang erreichen.
Erst dort oben am Pass gab es Stellen, an denen man ohne Gefahr ein Lager aufschlagen konnte. Sicher, sie hätten mit einem Biwak sich selbst nicht in Gefahr gebracht, aber die Pferde konnten dort in dem Hang nicht ohne Gefahr ruhen. Es bestand die Gefahr, dass die Tiere durch einen unbedachten Fehltritt in die Tiefe stürzten.
Ohne die Pferde wären sie mindesten drei Tage unterwegs gewesen, bis sie die Hütte erreicht hätten.
In den Moment, in dem die Dämmerung begann, sahen sie den Eingang zum Pass, so konnten sie noch ohne Risiko durch die Felsplatte hindurch, auch wenn die Sonne untergegangen war.
Dahinter lag ein kleines Hochtal, in dem es eine saftige Wiese und eine kleine Höhle gab, so brauchten sie für die Nacht das Zelt nicht aufbauen.
John kümmerte sich darum, dass ein kleines Feuer brannte und genug Holz in der Höhle lag.
Als Tom endlich dafür gesorgt hatte, dass die Pferde das Tal nicht verlassen konnten und die Sachen in die Höhle geschafft hatte, gab es schon ein paar Stücke gebratenes Fleisch und ein heißer Kaffee.
Es war ein wunderschöner Abend und die Beiden redeten über Dinge, über die Tom noch mit niemanden geredet hatte.
Er spürte, dass er sich zu John hingezogen fühlte, auch wenn er das zu diesen Zeitpunkt noch nicht begriffen hatte.
Nur langsam kamen die Gedanken zum Vorschein, dass er sich mehr zu Männern hingezogen fühlte als zu Frauen.
Doch zu dem Zeitpunkt war er nur froh und dankbar, dass er so billig aus seiner Ehe herauskam.
Sie schliefen tief und fest, denn sie waren die frische Bergluft nicht gewohnt und als Tom aufwachte war es schon sehr spät.
John hatte schon frischen Kaffee gekocht und Frühstück gemacht.
Tom spürte jedesmal wenn John ihn berührte, ein warmes angenehmes Zittern, aber er begriff nicht, dass er dabei war sich in einen Mann zu verlieben.
Sie ritten den ganzen Tag durch eine wunderschöne unberührte Landschaft.
Erst war es eine karge baumlose Berglandschaft, die mit ihrem einzigartigen Charme ihre Sinne verzauberten. Aber je tiefer sie in das Tal vordrangen, um so mehr Bäume gab es.
Sie machten erst am frühen Nachmittag eine kleine Pause, aßen und tranken etwas. Von da an wurde das Vorankommen schwierig, denn das Tal wurde von einem undurchdringlichen Gestrüpp überzogen und so ritten sie durch den kleinen Bach, der zum See floss.
Im Talkessel gab es einen nordamerikanischen Urwald, den es in dieser Form leider nur noch sehr selten gab.
Tom wusste, dass es in diesem Tal nicht sehr viel Wild gab, was es sich lohnte zu jagen, denn es war eine kleine abgeschlossene Welt, aber er war eigentlich auch aus einem anderen Grund in dieses Tal gekommen.
Er wollte sein altes Leben, das nur noch eine Qual für ihn war, hinter sich lassen. Erst kurz vor Sonnenuntergang erreichten sie den See und so auch die Hütte.
Die Hütte war sehr klein, aber für diese Woche würde es ihre kleine Welt sein, die ihnen Schutz bot . Tom hatte den ganzen Tag über seinen Gedanken nachgehangen, denn er wollte Ordnung in dem wilden Chaos seiner Gefühle und Gedanken bringen.
Er dachte über das Chaos in seinen Gefühle nach, war er wirklich schwul?
Nicht, dass er etwas gegen Homosexualität hatte, nur hatte er sich noch nie wirklich damit auseinander gesetzt.
Sie saßen beide am Kamin und Tom druckste einige Zeit herum, bis er sich überwand und nervös sagte: ”John, noch weiß ich nicht was in mir vorgeht, aber jedesmal wenn ich dich berühre, spüre ich ein eigenartiges Kribbeln, das ich mir nicht erklären kann!”
John saß nachdenklich da, halb im Schatten des Kaminfeuers und schlürfte an seinem Whisky. Leise, aber bestimmt sagte er: ”Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass du eine ganze Menge für mich empfindest, aber ich kann dir nicht die Entscheidung abnehmen, ob du dich mit diesen Gefühlen auseinandersetzt und was du damit anfängst!”
Tom war verwirrt, denn er wusste nicht, ob er ja sagen wollte oder nein.
Er dachte noch eine Weile nach, doch als John aufstand um ins Bett zu gehen, stand er auch auf.
Tom wagte einen ersten sanften Kuss, auch wenn sein Herz raste, so als würde es sich überschlagen. John lächelte ihn liebevoll an.
Tom hatte noch ein paar Schwierigkeiten mit dieser Situation, aber als John ihm zärtlich übers Gesicht streichelte und seine Lippen sanft Tom`s Lippen berührten, verlor er seine Scheu und es fiel ihm ein Stein vom Herzen.
Ein erster leidenschaftlicher Kuss und das wilde Spiel ihrer Zungen weckte in Tom das Verlangen, es mit diesen Mann zu treiben.
Es war warm in der kleinen Hütte und so zog Tom John sein T-Shirt aus.
Tom küsste zärtlich seine Brust, während er seine eigenen, ihm unbekannten, Gefühle erforschte.
Er spürte, dass ein Verlangen in ihm zu wachsen begann.
Ein Verlangen, das ihn in eine Welt der Sinne führte, die er so noch nicht kannte.
Er öffnete John`s Hose und als er sein Glied sah, spürte er das Verlangen es mit seinen Mund zu berühren.
Er kniete sich vor John hin und küsste sein Glied ganz sanft.
John genoss es sichtlich, dass seine neue Liebe mit seiner Zunge seine Eichel verwöhnte.
Die kleinen sanften Spielereien entfachten in John den Sturm der Leidenschaft, der in ihm das Raubtier Verlangen weckte, das darauf lauerte seine Gelüste auszuleben.
Tom nahm das allererste Mal das Glied eines anderen Mannes in den Mund und als er zu saugen begann, ging für beide Männer die Sonne der Liebe auf. Es war ein einzigartiges Gefühl, das beide Männer mehr als faszinierte.
Tom schob John`s Glied weit in seinen Mund und als er sein Glied herauszog, saugte er voller Inbrunst, um das neu entdeckte Abenteuer der Lust zu erforschen, das auf ihn eine so starke Anziehungskraft ausübte.
John stöhnte auf, denn er genoss es, dass das Raubtier Verlangen in ihm immer wilder tobte und seine Begierde ihn in eine andere wunderschöne Welt zerrte, in der er den wilden Reigen der Lust genießen konnte.
Tom`s Zunge spielte wie wild mit John`s Eichel und wieder saugte Tom genussvoll, um seine Gelüste auszuleben.
Er spürte, wie sich eine Welle der Lust in John aufbaute und wie der Höhepunkt John wie eine Tsunami überrollte und in die Unendlichkeit der Lust fortriss.
Tom spürte, wie sich John`s Säfte einen Weg in seinen Mund bahnte.
John wollte ihm den Weg zeigen, den Tom erforschen wollte und so drehte er ihm den Hintern entgegen.
Tom verstand erst nicht was John wollte, darum streichelte er sanft seinen Rücken. Nur langsam fasste sich Tom, denn die Gefühle die er durchlebt hatte, waren neu für ihn und so brauchte er eine Weile, bis er vorsichtig sein Glied in John`s Hintern schob.
Der erste sanfte Stoß löste in Tom ein eigenartiges Gefühl aus und doch war es ein unglaublich angenehmes Gefühl.
Mit jeder Bewegung stieg sein Verlangen, den wildtobenden Orkan der Lust auszuleben den er begonnen hatte zu erforschen.
Tom`s Stöße wurden immer wilder und leidenschaftlicher, denn er wollte all das erleben, was er noch nie erlebt hatte.
Tom spürte wie die Leidenschaft zu einen gewaltigen Orkan heranwuchs, der ihn in den wildtobenden Ozean der Lust zerrte und seine Begierden wie die Lava in einen Vulkan kochen ließ.
Seine Stöße wurden immer heftiger und heftiger, bis John`s Lust in einem Höhepunkt explodierte, der höher war als jeder Höhepunkt, den er je vorher erlebt hatte.
Tom begriff, dass er in all den Jahren nicht einmal geahnt hatte, was er wirklich war, doch jetzt wusste er es und er würde danach handeln.
Sein Toben wurde immer wilder und John genoss es. Auch in Tom explodierte eine Supernova der Lust, die ihn weit weg von seiner Scheidung, seinen Sorgen und seiner Firma riss.
Er presste seinen Körper an John`s Körper und ihre beiden Körper verschmolzen in einer Sonne der Liebe, die beide mit dem gleißend hellen Licht durchflutete, das Liebende so sehr verband, dass niemand sie trennen konnte.
John sagte leise, aber liebevoll: ”Lass uns ein wenig schwimmen gehen!”
Tom löste sich von John und fragte irritiert:”Mitten in der Nacht, in einem eiskalten Bergsee schwimmen gehen?”
John lächelte keck, als er sagte: ”Ich für mein Teil fühle mich wie ein Teenager und die machen so etwas!”
Tom lächelte und sie gingen beide unbekleidet zum See.
Das Wasser war eiskalt und doch war das Wasser dieses See`s angenehm und so schwammen sie im Licht des Mondes, der diesen Ort so zauberhaft erscheinen ließ. Sie stiegen erfrischt aus dem Wasser und als beide auf der Wiese am See lagen, genossen sie den Gesang der Wildnis, der ihre Sinne verwöhnte.
Es waren eine Vielzahl von Tieren die sie hörten und es war eine wunderbare einzigartige Welt, die beide auf ihre eigene faszinierende Weise fesselte.
Tom hatte seine Augen geschlossen und genoss die klare Luft, die seine Großstadtlungen reinigte.
Er spürte John`s sanfte Berührung, die sein Verlangen in ein für ihn noch vollkommen unbekanntes neues Abenteuer der Liebe zerrte.
Ein sanfter Kuss auf seiner Haut ließ ihn leicht erzittern und die Begierde wurde zu einen gewaltigen Sog des Verlangens, das seine Lust an der neuen erregenden Liebe entdeckte.
John streichelte ihn sanft und küsste zärtlich seine Eichel.
Tom spürte Vorfreude auf das was passieren würde.
John nahm sein Glied in den Mund und spielte auf eine Weise mit seiner Eichel, die einzigartig schön war.
Schnell stieg seine Lust und John nahm Tom`s Glied und schob es so weit in seinen Mund hinein wie es nur ging.
Er zog das Glied langsam, bis auf die Eichel, heraus und saugte so feste er konnte, um seinem Geliebten die Gelüste zu zeigen, die er noch nicht kannte und die er doch in sich trug.
Tom bäumte sich vor Lust auf und in ihm explodierte ein Feuerwerk der Emotionen wie ein buntes Lichterspiel, das nur ein angenehm warmer Klang ihrer Liebe war und doch war es für ihn eine einzigartig schöne Welt der Sinnlichkeit, die ihn immer mehr faszinierte.
Tom begriff dass das, worüber er sich am wenigsten in sein Leben Gedanken gemacht hatte, seine wahre Bestimmung war und so genoss er es sehr, wie John liebevoll mit seiner Lust und seinen Verlangen spielte.
Die Lust tobte wie wild in ihm und mit jedem Saugen verlor sich Tom in dem Karussell der Lust, das ihn immer wilder drehte, bis sich Tom`s Säfte voller Lust in John`s Mund ergossen.
Tom genoss diesen Höhepunkt sehr, denn es war für ihn ein wahres Abenteuer der Liebe und was er je für eine Frau empfunden hatte, war bei Weiten nicht so stark wie das, was er für John in diesen Moment empfand.
Es war für ihn so, als wenn er bis zu diesen Tag blind gewesen war und er jetzt die Welt mit seiner ganzen Farbenpracht erblickte.
John spürte Tom`s Empfindungen, aber Tom wollte die ganze Palette der Erfahrungen spüren, die zu seinem Schwulsein gehörten und so streckte er John erwartungsvoll seinen Hintern entgegen.
John küsste Tom`s Hintern zärtlich und als John langsam und vorsichtig sein Glied einführte, spürte Tom die sanfte, aber sehr erregende Reibung, die seine Sinne mehr als nur beflügelte.
In ihm stieg eine Welle der Lust auf, wie er sie bis zu diesen Zeitpunkt noch nie so erlebt hatte.
Sein Verlangen und seine Begierde hatten ihn schon längst in den Feuersturm der Leidenschaft gezerrt, der sein ganzes Leben was hinter ihm lag, in seinen heißen Flammen verzerrte und ihm das Tor zu einer neuen Existenz öffnete, die ihm wie ein Paradies auf Erden vorkam.
Das Meer der Lust tobte wild und je wilder die Beiden tobten, desto lauter schrieen beide die Lust aus sich heraus.
Immer wilder tobten sie ihre Gelüste aus, bis beide von einem Höhepunkt fortgerissen wurden, der ihnen den Atem und die Sinne raubte.
Es war ein erregender Höhepunkt, der ihnen alles nahm und im gleichen Moment noch weit mehr gab als alles, was sie bis dahin erlebt hatten.
So lagen sie noch eine ganze Weile dort, bis John Tom mit der Hand auf den Hintern klapste und zum See rannte. Dabei rief er feixend: ”Na komm schon, das erfrischt uns und wir können dann auch besser schlafen!”
Tom folgte ihm lächelnd und so schwammen beide Männer im Mondschein in dem wunderschönen kleinen See, ohne zu ahnen in welcher Gefahr sie schwebten. Auch wenn das Wasser kalt war, so genoss es Tom sehr und als sie danach Arm in Arm vor dem Kamin lagen und sich gegenseitig sanft streichelten, erzählte John wie er erkannt hatte, dass er homosexuell war.
Es war ihm genauso wie Tom ergangen. John konnte nie wirklich etwas mit Frauen anfangen und so probierte er es mit Männern.
Es war auf der Parade des Christopher Street Day, die ihn dazu gebracht hatte, seine homosexuelle Seite zu erkennen und auszuprobieren.
Er war dort eigentlich nur als Besucher, aber irgendwann kamen seine Neigungen durch und er spürte das Verlangen, diese neue Welt der Lust zu erforschen.
Die Beiden schliefen Arm in Arm ein. Ob es die frische Bergluft war, oder die neuen Abenteuer der Liebe die sie erlebt hatten, oder beides. Sie schliefen bis zum Mittag des nächsten Tages und wieder war es John, der als erster erwachte.
Tom roch frisch gebratenen Speck, Kartoffeln und Eier, aber das was ihn wirklich dazu bewegte die Augen zu öffnen, war der Geruch vom frischen Kaffee.
John bemerkte, dass Tom wach war und sagte liebevoll: ”Komm steh auf, wir müssen zusehen, das wir entweder ein paar Fische fangen oder etwas essbares jagen!”
Tom öffnete die Augen ganz, richtete sich auf und fragte noch etwas schläfrig: ”Wieso, haben wir nicht genug Vorräte mitgenommen?”
John lachte feixend und sagte fast verständnisvoll: ”Klar, ich nehme die ganze Schinderei auf mich hierher zu kommen, um von Dos
nfutter zu leben. Was glaubst du denn, ich möchte heute Mittag was frisches auf dem Tisch haben!”
Tom musste über dieser Situation lächeln.
Auch wenn es noch ein etwas komisches Gefühl für Tom war, er fühlte sich bei John sehr wohl und geborgen.
Zum ersten Mal in seinen Leben spürte er ein angenehmes Gefühl bei einer Beziehung.
Er ging zu John, roch an der Pfanne und sagte feixend: ”Oh, das riecht aber sehr lecker!”
John gab Tom einen Klaps auf den Hintern, küsste ihn zärtlich und sagte leise, so als erzähle er ein Geheimnis: ”Geh` im See eine Runde schwimmen. Wenn du wiederkommst, ist das Frühstück fertig und danach kümmern wie uns um das Mittagessen!”
Tom ging zum See und erst putzte er sich mit dem Wasser des See`s die Zähne. Es war unangenehm das kalte Wasser an den Zähnen zu spüren, doch der Geschmack dieses klaren Gewässer`s entlohnte ihn für die Schmerzen.
Er schaute auf das Wasser, wie es das Sonnenlicht reflektierte sah es so aus, als wenn das Wasser pures Gold wäre.
Sein Geschäftsfreund, dem diese Hütte gehörte, hatte ihm gesagt, das sei der schönste Ort auf der Welt und er hatte recht. Es war ein erhabener Anblick. Rundherum ragten die majestätischen Berge gegen den strahlendblauen Himmel. Rund um die Hütte und den See wuchs ein Urwald wie ihn die ersten Pioniere sahen, die diesen Kontinent besiedelten.
Es war ein unberührter kleiner Fleck Erde, den keine Menschenhand verschönern könnte.
Tom schwamm ein wenig in dem See und genoss die wunderschönen Eindrücke, die seine Sinne überfluteten. Es waren die Düfte und Geräusche der Natur und das warme Spiel des Sonnenlichtes, das ihn in diesen Moment berauschte.
Der See war nicht sehr tief, aber hier sollte es eine Menge Forellen geben, die noch nie einen Angelhaken gesehen hatten.
Zurück am Haus hatte John schon den Tisch gedeckt und beide verschlangen eine Riesenportion, denn die gesunde Bergluft und ihre Liebe sorgten für großen Appetit.
Nach dem Essen zog Tom sich an und als er aus der Hütte kam, hielt John ihm auffordernd ein Gewehr entgegen, gab ihm einen Kuss und sagte liebevoll: ”Schau mal, ob du einen Hasen oder was anderes essbares erwischst!”
John ging mit seiner Angelausrüstung in der Hand, Richtung Ufer und Tom rief ihm feixend hinterher: ”Und wenn ich nur ein Opossum erwische?”
John sagte, ohne sich umzudrehen: ”Das macht nichts, ich habe auch ein Rezept für ein Opossumragout!”
Tom schüttelte den Kopf und dachte, `Der Mann ist ein Glückstreffer`. Tom wollte natürlich kein Opossum jagen.
Er hatte beim Absteigen ein paar Rehspuren entdeckt, die weiter ins Tal hineinführten.
Tom dachte, `Ein Rehrücken wäre jetzt genau das Richtige`. Er ging gute 20Minuten bis er die Spur wiederfand und er folgte ihr leise.
Manchmal war es nur ein Stein der bewegt worden war, oder ein abgebrochener Zweig, oder ein paar Haare, die an einem Strauch hingen.
So folgte John der Spur gute zwei Stunden bis er Blut fand.
Dort fand Tom auch eine Spur von einem Tier, dem er niemals begegnen wollte, denn es gab nur wenig was dieses gewaltige Raubtier aufhalten konnte.
Es war die Spur eines gewaltigen Bären.
Tom dachte nur, `Nein, John sitzt unbewaffnet am See`. Er rannte so schnell er konnte, doch der Busch war so dicht, dass es so gut wie unmöglich war, sich schnell durch das Dickicht zu bewegen.
Tom bemühte sich wie verrückt, um seinen Geliebten zu erreichen und als er in der Nähe des See`s kam, hörte er schon John`s Schreie.
Endlich war er auf freiem Feld. Er sah den Bären, der über den schreienden John stand, zielte und schoss.
Der Bär reagierte kurz, doch der Schuß schien dem Bären nicht wirklich etwas auszumachen.
Aber er ließ von John ab und rannte auf Tom zu.
`Jetzt nicht nervös werden, hinknien, zielen und feuern, durchladen und feuern, bis das verdammte Vieh endlich verreckt`.
Es war ein gewaltiger Bär und ein hungriger Bär, der aber lieber auf eine neue Chance wartete sich der Beute zu bemächtigen, oder vielleicht roch er auch leichtere Beute.
Doch Tom konnte sich jetzt nicht darum kümmern, was das Tier dazu bewegte in dem Dickicht zu verschwinden, er musste sich um den verletzten John kümmern.
Der Bär trottelte weg von den Menschen und Tom rannte zu John, der sich vor Schmerzen am Boden wälzte.
Er nahm ihn hoch und drückte ihn liebevoll. Mit weinender Stimme sagte er zu John: ”Ich hätte nicht fortgehen dürfen John, dann hätte dich dieser gottverdammte Grizzly nichts anhaben können!”
John stöhnte mit schmerzverzerrten Gesicht: ”Das war kein Grizzly, die sind kleiner, das war ein Kodiak!”
Tom wusste, dass diese Bären sehr selten waren und außer im Zoo nur weiter nördlich vorkommen, `Aber was suchte der größte und gefährlichste aller Bären so weit im Süden?`
John stöhnte: ”Ich weiß was du denkst, aber um das Geheimnis sollen sich die Ranger kümmern. Gib mir deinen Gürtel, damit ich mein Bein abbinden kann und dann hilf mir, ich muss zur Hütte. Hier sind wir nicht sicher!”
Tom begriff, dass der Bär seine Beute nicht so schnell aufgeben würde.
Das Tal war klein und je nachdem wie lange das Tier schon hier war, wird er das Tal schon leergefressen haben. Dieses Tal konnte den Bären niemals ernähren, dazu war es zu klein. Da waren drei Pferde und zwei Menschen schon ein richtiges Festessen.
Tom band aus einigen Stöcken, die er zurechtgemacht hatte, eine Schiene und dann fiel es ihnen wie Schuppen von den Augen, die Pferde.
John sagte hastig: ”Los, geh` zur Hütte und lass mir das Gewehr und Munition hier. Ich werde versuchen bis zur Hütte zu kommen, aber du musst dir das zweite Gewehr schnappen und die Pferde holen!”
Tom lud das Gewehr nach, gab es John und rannte so schnell er konnte los.
John kam nur sehr langsam und unter großen Schmerzen voran.
Es war zwar kein Blutgefäß beschädigt worden, aber der Bär hatte das Bein übel zugerichtet.
Tom holte sich die zweite Winchester, auch wenn er bezweifelte, dass das Gewehr diesem gewaltigen Raubtier wirklich Schaden zufügen konnte. Doch er hatte keine Wahl, denn ohne Pferde war es fast unmöglich das Tal zu verlassen.
Sosehr Tom sich beeilte, als er bei den Pferden ankam, waren die drei Tiere tot und er sah noch, wie der Bär im Gebüsch verschwand.
Wer auch immer den Bären hier in dieses Tal gebracht hatte, er hatte für die Beiden das Todesurteil gefällt.
Jetzt hatte der Bär etwas zu fressen und für`s erste würde er sie in Ruhe lassen. Doch sie konnten nicht warten bis man sie sucht.
Sie mussten zusehen, dass sie das Tal verließen, denn das Tier würde sehr bald wiederkommen und dann wird sich das Tier nicht mehr so leicht verscheuchen lassen.
Tom rannte zur Hütte zurück und er erreichte gleichzeitig mit John die Hütte.
John sah die verzweifelten Blicke von Tom und er begriff sofort was geschehen war. Mit ruhiger Stimme sagte John: “Ok, wir haben keine Wahl. Du verbindest mir die Wunde, packst ein paar Vorräte ein und versuchst dich zu der kleinen Rangerstation durchzuschlagen. Dann schickst du mir Hilfe!”
Tom schüttelte den Kopf und sagte schweratmend: “Nein, ich brauche alleine vier bis fünf Tage bis dahin. Mit dir fünf bis sieben Tage. Aber egal was passiert, der Bär riecht das Blut und spätestens in drei Tagen belagert er die Hütte. Für das Tier ist diese Tür kein Hindernis und die Winchesterkugeln halten ihn auch nicht auf!” John sagte mit schmerzverzerrten Blick: “Ich bin verletzt, mit mir schaffst du das nie, so haben wir keine Chance, aber wenn du jetzt gehst, hast wenigstens du eine Chance, unversehrt hier rauszukommen!”
Tom verband John`s Bein und schiente es besonders gut. John griff zärtlich Tom`s Arm und sagte liebevoll: “Tom, bitte, ich bleibe hier, geh`du alleine!”
Tom packte die Wut und er sagte schroff: “Ich war im Irak und habe im Schützengraben gekämpft und ich habe als Marine gekämpft. Du kannst mir eins glauben John, ich würde eher sterben, als jemanden hier zurückzulassen, selbst wenn es mein Feind wäre. Glaubst du wirklich, dass ich dich, den Mann den ich liebe, hier zurücklassen würde, damit er von einem Bären gefressen wird?”
John versuchte den Mann den er liebte, noch einmal zu überreden. Voller Verzweiflung sagte er: “Tom, bitte geh`, ich schaff das schon!”
Tom schaute John wütend in die Augen und sagte sehr aggressiv: “Vergiss es, wir gehen beide und jetzt hilf mir lieber. Setz dich draußen auf die Veranda und gib mir mit dem Gewehr Deckung. Ich möchte nämlich nicht von dem Vieh überrascht werden!”
John schüttelte ungläubig den Kopf, aber er kannte Tom gut genug um zu wissen, dass er ihn nicht überreden konnte. So setzte er sich auf dem Holzklotz vor dem kleinen Haus und hielt Ausschau nach dem Bären.
Tom packte das Nötigste zusammen, füllte die Wasserflaschen und baute ein Gestell, mit dem er John wenigstens bis zum Pass ziehen konnte.
Von dort aus wurde es schwierig, denn der Weg war zu steil, um ihn zu ziehen, also musste er John tragen.
John schaute auf die Trage und fragte skeptisch: “Glaubst du wirklich, dass du mich mit dem Ding bis zur Rangerstation ziehen kannst?”
Tom verdrehte die Augen und sagte wütend: “Das habe ich nicht gesagt, aber mit dem Ding kann ich dich bis zum Pass bringen. Wenn es dir dann nicht zu schlecht geht, kann ich dich am Hang an einer Stelle zurücklassen, wo der Bär dich nicht erreichen kann!”
John fragte traurig: “Und wenn es mir nicht so gut geht, was dann, Tom?”
Tom verdrehte die Augen und sagte wütend: “Wenn wir nicht bald von hier verschwinden, werden wir beide eine Bärenmahlzeit. Also, legst du dich jetzt endlich freiwillig auf die Trage, oder muss ich dich erst verprügeln, damit du dich auf die Trage legst?!”
John wusste, dass es sinnlos war weiterzureden, also legte er sich auf die Trage. Tom band John fest, denn er musste zusehen, dass er das Tal so schnell wie möglich verlassen konnte und zwar bevor der Bär auf die Idee kam, dass Menschenfleisch besser schmeckt als Pferdefleisch.
Tom rannte so schnell er konnte den Bach entlang.
Er rannte auch weiter, als es dunkel wurde.
Dass er durch den Bach rannte, hatte zwei Gründe.
Zum Einen kam er dort schneller voran, denn wenn er sich durch das Dickicht durchschlagen würde, käme er niemals schnell genug voran, um dem Bären zu entkommen.
Aber der wichtigste Grund war, dass der Bär Schwierigkeiten hätte die Fährte zu finden, denn das Wasser würde den Geruch fortspülen.
Tom glaubte aber nicht, dass der Bär aufgeben würde. Er wusste, dass es so gut wie unmöglich war einen Grizzlybären abzuhängen, der dich als Mahlzeit erwählt hatte und ein Kodiakbär war noch weit gefährlicher und das nicht nur, weil die Tiere über drei Meter groß waren wenn sie sich auf ihre Hinterbeine stellten.
Tom war erledigt, doch er rannte weiter und er rannte auch weiter, als am Morgen die Sonne aufging.
Tom wusste, dass sie gegen dieses Tier im Kampf nicht die geringste Chance hatten. Es fehlte ihnen an entsprechenden Waffen und selbst wenn sie die hätten, wäre eine Auseinandersetzung mit diesem Tier immer noch mehr als gefährlich. Sie konnten nur überleben, wenn sie das Tal verlassen konnten bevor das Tier sie angriff.
Er blieb erst gegen Abend stehen, als sie den Bach verlassen mussten.
Hier oben standen nur noch wenige Bäume, denn denen war die Luft hier oben zu dünn.
Tom brannte die Lunge wie Feuer, denn die Luft war hier oben viel zu dünn, um übermäßig große Anstrengungen ohne weiteres zu überstehen.
Bis dahin dachte Tom, `Es läuft ja besser als ich dachte`, doch das war ein Irrtum. John`s Bein hatte sich entzündet.
Im Maul des Bären waren wohl Bakterien, die für John jetzt gefährlicher waren, als der Bär selber.
So erschöpft Tom auch war, aber er sammelte ein wenig Holz, machte ein Feuer und kochte einen Tee aus Kräutern, die ihm ein indianischer Freund seines Vater`s, der immer mit ihnen auf die Jagd gegangen war, gezeigt hatte.
Außerdem verband er das Bein mit einem Kräuterumschlag.
John lag mit Fieber auf der Trage und zu allen Übel begann die Wunde an zu riechen.
Der Bär würde es über Meilen riechen und es würde ihn anlocken.
Tom wusste auch, dass die Zeit gegen ihn arbeitete, denn der Kräuterumschlag würde den Verlauf der Infektion nur verzögern, aber leider nicht aufhalten.
Die Entscheidung war gefallen. Er musste John so schnell wie möglich zur Rangerstation schaffen, denn es ging für ihn um Leben und Tod.
Tom war ein Marine und er wusste, dass er Kräfte sammeln musste, denn der schwierigste Teil der Strecke lag noch vor ihm.
Er trank Wasser aus einer nahen Quelle, füllte die Wasserflaschen auf, aß etwas. Als das Morgengrauen die Welt den Atem anhalten ließ, verließ er den Lagerplatz und zog John hinter sich her.
Immer wieder musste er anhalten und nach Luft schnappen, denn hier oben, oberhalb der Baumgrenze, war jede noch so kleine Arbeit eine Schwerstarbeit und Schwerstarbeit war nicht nur eine Sache des unbeugsamen Mannes, der im Krieg für seine Kameraden geblutet hatte.
Es war die Liebe, die ihn immer wieder dazu zwang sich aufzurichten, wenn er strauchelte und die ihn zwang weiterzugehen.
Er ging weiter, obwohl seine aufgeschlagenen Kniee so stark bluteten, dass sein Blut seine Schuhe rot färbte.
Ein Meter wurde zu einem Kilometer und ein Kilometer war die Unendlichkeit. Tom hatte kein Gefühl mehr für die Zeit und er wusste auch nicht mehr, wie oft er vor Erschöpfung auf die Kniee gefallen war.
Tom wusste auch nicht mehr, wieso er all das tat.
Nur ein Gedanke schoss ihm immer wieder durch den Kopf. Es war ein Gedanke, den man ihm in der Ausbildung fast eingeprügelt hatte.
`Ich bin ein Marine und ein Marine lässt seine Kameraden nicht im Stich und er lässt auch niemanden zurück`.
Irgendwann brach er einfach zusammen, auch wenn er es nicht begriff, er war in diesem Canon, in dem sie gelagert hatten, als sie hier in dieses Tal ritten.
Tom war am Ende seiner Kräfte und er schlief erschöpft ein.
Sein geschundener Körper holte sich das wieder, was er brauchte.
Ein fürchterlicher Schrei weckte ihn.
Ein Schrei, der viel zu nah war und er erschrak. Tom sprang sofort auf, denn er hatte im Krieg gelernt schnell zu reagieren.
Er war im Krieg, ein Krieg, den kein Mensch führte, sondern ein blutrünstiges Monster und er hat nichts, womit er das Tier aufhalten konnte.
Tom nahm John und band ihn sich auf den Rücken.
Tom schleppte sich mit seiner Last so schnell er konnte zu der engen Spalte und begann den schmalen Weg hinunterzugehen.
Da stand der Bär und sah ihn an, doch er konnte ihm nicht folgen, denn der Pfad war gerade so breit, dass ein Mensch, oder ein schmales Westernpony, hier entlang gehen konnte, aber ein Bär, der fast 800Kg wog, war zu breit.
Tom stand wie eine Katze da und beobachtete das Tier.
Würde der Bär versuchen ihn zu folgen, oder würde er umdrehen?
Tom hatte in diesem Moment keine Zeit um Angst zu haben, er war zu allem bereit, denn es war ein Moment zwischen Leben und Tod.
Der Bär richtete sich auf und brüllte die beiden Menschen, die ihm entkommen waren, wütend an.
Jetzt sah Tom erst, wie gewaltig dieses Tier wirklich war.
Er atmete wie ein Tier dem bewusst war, dass er seinem größten Feind nur knapp entkommen war.
Der Bär drehte sich um und verschwand wieder in dem Tal, das er nicht verlassen konnte.
Tom ging langsam weiter, aber er war zu schwach, um zu denken.
Er sagte sich selber immer wieder, `Geh weiter Tom, geh`immer nur weiter`.
Auch wenn es unmöglich erscheint, aber er ging immer weiter, bis er nach 36 Stunden an der Rangerstation erschöpft zusammenbrach.
Da das Krankenhaus überfüllt war und Tom nicht ernsthaft verletzt war, ließ man ihn in der Obhut des Ranger`s zurück.
Tom hatte alles erzählt und jetzt saß er da, aber er war, obwohl er zwei Tage geschlafen und eine Unmenge gegessen hatte, noch immer nicht kräftig genug, um sich Gedanken darüber zu machen, wer den Bären dort hochgeschafft hatte.
Der Ranger war nicht nur ein netter Kerl, er war wie Tom, ein Ex-Marine. Freundlich sagte er: “Ich bin zwar nicht dazu verpflichtet, aber ich bin der Meinung, dass Sie erfahren sollten, wie der Bär dort hochkam. Ein gewisser Abraham Rosenberg, ein Multimillionär, veranstaltet illegale Jagten. Er hat diesen Bären dort hingeschafft. Wir wussten, dass er irgendwo in den Rocky`s einen Kodiak ausgesetzt hatte, aber wir wussten nicht wo. Seit fast einem Jahr, seitdem wir ihn eingesperrt haben, suchen wir das Tier. Dort in dem Tal haben wir den Bären natürlich nicht gesucht, denn das Tal ist zu klein, um das gewaltige Tier zu ernähren!”
Tom dachte nach. Er konnte dem Tier nicht wirklich böse sein, denn das Tier folgte nur seinem Instinkt.
Tom fragte erschöpft: “Was geschieht jetzt mit dem Bären?”
Der Wildhüter antwortete: “Nun ja, wir können das Tier nicht so ohne weiteres betäuben oder einfangen, also werden wir den Bären bis zum Winter füttern und wenn er sich dann zum Winterschlaf hinlegt, können wir das Tier betäuben und zu einer Auffangstation, weit im Norden bringen. Dort wird man das Tier wieder in seinen ursprünglichen Lebensraum freilassen!”
Das Telefon klingelte und der Ranger ging in das Haus, um das Gespräch anzunehmen.
Tom dachte an John, wann konnte er ihn wieder in seine Arme halten?
Der Ranger kam zurück, setzte sich und sagte freundlich: “So Tom. Ihre Aussage wird Mister Rosenberg nochmal 15Jahre einbringen, allerdings nur, wenn Sie bereit sind vor Gericht auszusagen!”
Tom nickte müde, als er freundlich sagte: “Klar, ich will, dass so etwas niemanden mehr passiert! Aber was ist mit meinem Freund?”
Der Ranger lächelte fröhlich, als er sagte: “Dem geht es schon wieder so gut, dass er sich einen Wagen mieten wollte, um Sie abzuholen. Aber mein Chef hat es ihm ausgeredet, stattdessen kommt Morgen meine Ablösung und ich nehme Sie mit in die Stadt. Mein Chef möchte dort mit Ihnen reden und sobald es geht, können Sie dann nach Hause. Ihr Freund braucht noch etwas, aber bis er wieder ganz auf den Beinen ist, bezahlt Ihnen die Naturschutzbehörde den Aufenthalt im besten Hotel der Stadt!”
Tom dachte, `Noch einen langen Tag, dann sehe ich ihn endlich wieder`.

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