Zwillinge

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Zwillinge

Peter Hu

„Meine lieben Schiffskameraden, ...für mich ist jetzt die Zeit zum Aufbruch gekommen. Die Reise wird lang und anstrengend sein. Im Hafen wartet das Schiff meines Gatten auf mich, um mich heim zu holen. Ich freue mich auf das Land meiner Geburt. Aber es macht mich auch traurig, so schnell wieder von euch zu scheiden.“
„Gewiss sehen wir wieder und erheben erneut diese Becher, ...irgendwann. Ihr seit mir jedenfalls stets willkommen, in meinem bescheidenen Palast.“
Mit diesen Worten verschwand die schöne Inderin in dem schaukelnden Gefährt.
Der Abschied machte mich etwas traurig. Irgendwie sah sie so süß aus, ...zart und fein, aber mit dickem Bauch. Der Seeweg konnte so gefährlich sein...

Nach dem Abschied verließen auch wir das edle Hurenhaus in Richtung Hafen. Kalapos brannte darauf, mir seine neuen Schiffe vorzuführen...

...„Und dieses Bötchen gehört dir“, ...präsentierte er mir nicht ohne Stolz einen schnittigen Zweimaster. Acht Ruderbänke besaß mein Schiff zusätzlich, für die Flaute. Dazu eine komfortable Kajüte. Ich war überwältigt und bekam gleich wieder Fernweh.
„Kapitän und Mannschaft kommen in zwei Tagen wieder an Bord. Die Seeleute sind übrigens „Freie“, denen ich Anteile am Frachtraum eingeräumt habe. Das motiviert die Männer ungemein. Mit dieser Lösung habe ich beste Erfahrungen gemacht.“

...Über eine wackelige Bohle gingen wir schließlich an Bord.
„Und was ist das?“ ...erkundigte ich mich verwundert über ein Gerät im Bug, das ich noch nie zuvor gesehen hatte.
„Das ist eine neue, militärische Errungenschaft,“ ...erklärte mein begeisterter Freund, während er mir das seltsame Gerät vorführte. Spannkurbeln, ein Bogen mit gewaltiger Sehne, ...eine metallene Pfanne in der Mitte...
Es handelte sich dabei um eine Art Schleuder, die brennende Pechklumpen verschießen konnte. Kalapos hatte sie von einer gestrandeten Galeere abmontieren und mehrfach nachbauen lassen.

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