Zwillinge

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Zwillinge

Peter Hu

Leichte, aber begehrte Fracht.
Nach so langer Zeit freute ich mich natürlich auch wahnsinnig darauf, die Meinen wieder zu sehen...

...Am siebten Tag unserer Seereise tauchte am Horizont ein Piratensegel auf. Die Mannschaft blieb erstaunlich ruhig. Die Schleuder wurde gespannt und die Fackeln entzündet. Man betrachtete die drohende Gefahr sogar als willkommene Abwechslung.
Mir war diese Gleichgültigkeit schlicht unheimlich. Scheinbar verfügten wir tatsächlich über eine Wunderwaffe. Denn es wurden noch nicht einmal Schwerter und Speere ausgeteilt.
Die Seeräuber waren mindestens so verblüfft wie ich. Denn unser Verhalten irritierte sie zusehends. Zwar hatten sie doppelt so viele Ruder an Bord, und es wäre ohnehin aussichtslos gewesen. Aber wir machten nicht einmal den obligatorischen Versuch zu fliehen, wie es sich für anständige Kauffahrer in dieser Lage traditionell gehörte. Vielleicht hielten sie uns für ein getarntes Kriegsschiff mit einer übermächtigen Schaar von erfahrenen Seesoldaten im Bauch.

Unschlüssig warteten die Korsaren erst einmal ab.
Dann hatte der Kapitän scheinbar eine Entscheidung gefällt. Jetzt setzte sich der Pirat plötzlich in Bewegung. Schon konnte ich einzelne Gesichter erkennen. Viel bedrohlicher aber, erschien mir der gewaltige Rammsporn unter der Wasserlinie.
Nervös befingerte ich mein Kurzschwert. Gelassen berechnete unser Ballistiker die Flugbahn und das Ziel.
Dann flammte plötzlich der Pechklumpen auf. Im selben Augenblick sirrte das Geschoss auch schon durch die Luft. Doch welch ein Schrecken…?!!!
Genau in diesem Moment hob das Meer unser Schiff leicht an. Die Flammenkugel ging zu kurz und zerschellte in tausend brennenden Fetzen auf der Wasseroberfläche.
Jetzt kam doch panische Bewegung in unsere Mannschaft. Schon hörten wir das Angriffsgebrüll der Feinde. Einzig die Geschützbediener blieben seelenruhig.
Die Winde spannte knarrend den Bogen.

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Gedichte auf den Leib geschrieben