In Wahrheit folgte er Lena, als sie mit ihrem Fahrrad nachhause fuhr. Marco ließ ihr genug Vorsprung, ehe er mit seinem Fiat die Verfolgung aufnahm. Als Lena die Straße erreichte, in der sich auch die WG befand, parkte er außerhalb ihrer Sichtweise ein. Vor dem Haus aus den 80er Jahren stand eine blonde Frau, die Lena bis aufs feinste Härchen glich. Dieses andere Mädchen trug einen kurzen Karo-Rock, der gerade noch ihre Oberschenkel verhüllte. Die beiden Frauen umarmten sich, um dann gemeinsam in die Wohnung zu gehen. Marco grinste beinahe sardonisch, wobei sein Gesicht einen entschlossenen Zug annahm. Er betrachtete das Schild, auf dem neben Annalenas vier Vornamen standen. Marco drückte fest entschlossen die Klingel. Zu seiner Überraschung hörte er Lena selbst, die nach seinem Namen fragte: „Hi, wer ist denn da?“ Marco brachte sein Anliegen kurz und knapp auf den Punkt: „Hier ist Marco! Ich glaube, dass wir drei Hübschen etwas zu besprechen haben!“ Lena verstummte, brauchte wohl eine Weile, ehe sie antworten konnte. „Ja, das stimmt wohl!“ Dann öffnete sich auch schon die Eingangstüre. Marco betrat die Wohnküche, in der ihn zwei identisch aussehende Frauen erwarteten. „Hallo Marco, ich bin Josefine, Lenas Zwillingsschwester! Wir hatten erst zweimal das Vergnügen…einmal vor der Pizzeria, als ich mit dem Kellner geflirtet habe und dann heute früh, als ich…na ja…du weißt schon!“ Marco spürte eine Erleichterung in sich. Die Mädels hatten ihn zwar veralbert, aber auf eine erträgliche Weise. Die heißen Spiele hatte er mit Annalena erlebt, die sich nun bei ihrem Freund entschuldigte. „Sorry Marco, dass wir dich verarscht haben! Ich wollte dich nicht verletzen, aber Josie und ich machen solche Streiche, seit wir Kinder sind. Ich konnte mich einfach nicht zurückhalten, um dich auch reinzulegen. Sei bitte nicht zu böse auf uns.“ Marco musste lachen, da sie so zerknirscht wirkte.
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