Zwischen Tod und Auferstehung - Teil I

102 60-92 Minuten 0 Kommentare
Zwischen Tod und Auferstehung - Teil I

Zwischen Tod und Auferstehung - Teil I

Gero Hard

Bestimmt hatte er sich geirrt und Tina, MEINE Tina, stünde bald wieder vor meiner Tür und dann würde ich sie wieder in die Arme nehmen können.

Doch so sehr ich auch daran glauben wollte, wusste ich, dass es nicht so kommen würde, dass sich der Arzt nicht geirrt hatte. Schlagartig wurde mir bewusst, dass ich meine geliebte Frau nie mehr wiedersehen würde. Nicht mal von ihrer Leiche würde ich mich verabschieden dürfen. Das wollte ich nicht einfach hinnehmen. Damit konnte ich mich nicht abfinden, das durfte nicht sein! Die letzte Möglichkeit wäre, für immer mit ihr im Himmel verbunden zu sein. Dort konnte uns nichts mehr trennen. Keine Krankheiten, kein Corona, keine Kriege …! Nichts, was uns davon abhalten konnte, für immer untrennbar zusammen zu sein.

---

Ich wurde von einem heftigen Rütteln an meinen Schultern in die Realität zurückgerissen. Kraftlos öffnete ich die Augen, alles um mich herum war verschwommen, nur die Stimme, die mich laut und kraftvoll ansprach, kam mir bekannt vor.

„Was hast du getan, Leon? Schnell einen Arzt!“, rief die Stimme, die ich mittlerweile als die meiner Schwiegermutter erkannt hatte. In Windeseile hatte ich ein Handtuch um jedes meiner Handgelenke. Warum tat sie das?

Nur langsam wurde mein Blick klarer und um mich herum war Blut. Viel Blut!

Die Erinnerung kam langsam zurück, wie ich in die Küche ging und das Bastelmesser aus der Gerümpelschublade genommen hatte. Wie in Trance kniete ich nur wenige Augenblicke später über der Badewanne und fuhr mit der scharfen Klinge innen über meine Handgelenke. Eine Weile sah ich dabei zu, wie das Blut aus meinen Armen sickerte. Die schweren Tropfen zerplatzten auf der Emaille der Badewanne und verteilten sich auf dem blendenden Weiß. Zusammen schwammen sie zäh in Richtung Abfluss, in dem sie geräuschlos verschwanden.

Ich fühlte, wie mit jedem Augenblick die Kraft aus meinem Körper wich und ich schleichend bewusstlos wurde.

Klicke auf das Herz, wenn
Dir die Geschichte gefällt
Zugriffe gesamt: 4566

Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen.

Gedichte auf den Leib geschrieben