Zwischen Tod und Auferstehung - Teil I

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Zwischen Tod und Auferstehung - Teil I

Zwischen Tod und Auferstehung - Teil I

Gero Hard

Den Zettel steckte ich in meine Jackentasche. Gero hatte recht, schaden konnte es nicht. Und wenn sie es schaffen würde, mich weiter in meiner Trauerarbeit zu begleiten, wäre es eine Hilfe für mich und ein Gewinn für alle Personen um mich herum.

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„Praxis Doktor Angerer, Nadine Angerer, am Apparat!“ Die Stimme klang ungewöhnlich jung für eine Sprechstundenhilfe. Ich weiß, den Beruf nennt man heute anders, Medizinischer Fachassistent, oder sowas.

„Leon Stolberg, ich hätte gern einen Termin bei Frau Doktor und am besten so schnell wie möglich.“ 

„Einen Augenblick, ich frage meine Mama mal eben.“

Ich hörte, wie sie den Telefonhörer etwas unsanft auf die Tischplatte legte und sich schnelle Schritte näherten. Etwas Stimmengewirr im Hintergrund ließ mich schmunzeln. Ein Familienbetrieb sozusagen. Es machte die Ärztin für mich jetzt schon sympathisch, wenn sie ihre Tochter rechtzeitig ans Berufsleben gewöhnte. Und doch ließ es mich auch zweifeln, ob sie die Richtige für mein Problem sein würde.

„Dr. Angerer!“ Die Stimme war schon deutlich kräftiger als die eben gehörte.

„Mein Name ist Leon Stolberg und ich hätte gern schnellstmöglich einen Termin bei Ihnen.“

„Bitte entschuldigen Sie, das war meine Tochter eben am Telefon. Ihr Vater hat mich … T‘schuldigung, ich sehe gleich nach … “ Ich hörte sie in einem Buch blättern. Es dauerte. Die Chancen auf einen schnellen Termin standen anscheinend nicht so gut. „Wie sieht es denn zeitlich bei Ihnen aus?“, fragte sie.

„Da bin ich flexibel, mein Arbeitgeber stellt mich dann frei.“, antwortete ich in der Hoffnung, dass dadurch mein Termin etwas weiter nach vorne rückte.

„Morgen hat jemand kurzfristig abgesagt. Geht es gleich morgens um neun?“

Ich hätte mit allem gerechnet, damit allerdings nicht. Zufälle gibt’s … „Ja klar, das sollte klappen.“, froh, dass es so schnell geklappt hatte.

„Herr Stolberg, können Sie mir mit zwei oder drei Worten sagen, worum es geht?“

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