Zwischen Tod und Auferstehung - Teil I

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Zwischen Tod und Auferstehung - Teil I

Zwischen Tod und Auferstehung - Teil I

Gero Hard

Dr. phil. Freya Angerer, Termine nur nach Vereinbarung und eine Telefonnummer steht auf dem Blechschild an der schweren Eingangstür zu dem Eingang in das Haus aus der Gründerzeit. Die Tür ist Ausdruck hervorragender

Handwerkskunst, aber das schwere Holz wirkt auf mich wie das Tor zu einer Festung.

Ein Summer gibt das Schloss frei und das Holz schwingt erstaunlich leicht nach innen auf. Leichter, als es mir fällt, inden gefliesten Flur zu treten. „Dr. Angerer, 1.OG“, zeigt ein roter Pfeil die Treppe nach oben.

Die Stufen haben eine angenehme Schritthöhe und trotzdem fällt es meinen Beinen schwer, eine nach der anderen zu betreten. Eine bleierne Schwere nimmt mir den sonst vorhandenen Elan.

Es dauert, aber die Tür zu den Praxisräumen ist irgendwann erreicht und steht leicht angelehnt offen. Ich klopfe vorsichtig.

„Herr Stolberg? Kommen Sie bitte rein.“, sagt eine Stimme von innen, die ich schon vom Telefon kenne.

Ein letztes, tiefes Durchatmen und dann stehe ich im Flur. Nur ein paar zaghafte Schritte schieben mich vorwärts.

Ich sehe keine Anmeldung, kein Tresen, an dem eine junge Frau nervös in Unterlagen wühlt und mich nach meiner Krankenkasse fragt, oder mich bittet, meine Versichertenkarte in ein Gerät zu stecken.

Der Flur ist klein, mit sauber verlegtem Laminat ausgelegt, der nur Platz für einen kleinen Schreibtisch, eine Garderobe, etwas Dekoration und 3 Wartestühle bietet.

„Ich bin hier!“ Da ist sie wieder, die sanfte, weiche Stimme, die mich zu einem Raum leitet. Eine letzte Tür, eine letzte Barriere, trennt mich von der Stimme.

Eine Frau kommt auf mich zu, sie will mir die Hand geben. Ich sehe sie an, falle in eine Schockstarre, unfähig auch nur einen einzigen Buchstaben über die Lippen zu bringen. Ich bin leichenblass und meine Knie zittern. Der Boden beginnt sich zu bewegen … Tina. Sie ist es, aber wie kann das sein? Ich weiß, dass sie tot ist und doch steht sie vor mir.

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