Zwischen Tod und Auferstehung - Teil I

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Zwischen Tod und Auferstehung - Teil I

Zwischen Tod und Auferstehung - Teil I

Gero Hard

Also, grundsätzlich mag ich sehr, wenn ein Mann gut riecht. Und weiß Gott, das tut Leon. Sein Duft hat Botenstoffe an mein Gehirn gesandt, die wiederum in meinen unteren Regionen ihre Wirkung entfalteten.

Noch schlimmer ist, dass er mich, genau wie mein Exmann, in seinen Bann zieht. Er fasziniert und interessiert mich. Und am allerschlimmsten ist, dass der gute Herr Stolberg meinem Verflossenen ziemlich ähnlich sieht.

Er ist in etwa gleich groß wie mein Ex und hat das gleiche markante Gesicht. Seine Augen haben ein Blau, dass ich heute erst das zweite Mal in meinem Leben sehe und sein Mund ist die pure Versuchung. Verdammt, der Kerl sieht unverschämt gut aus.

Heute habe ich versucht ihm dabei zuzuhören, was er mir nach einem Moment der Unsicherheit verraten hat. Das klappte eigentlich auch ganz gut, aber meine Augen hingen an seinen Lippen so lange es ging. Nur für die Momente, in denen ich meine Notizen machte, löste sich mein Blick von ihm. Sein Aussehen, sein Geruch und nicht zuletzt seine überraschende Attacke, haben mich aus der Bahn geworfen.

Ganz ehrlich? Ich mache noch den nächsten Termin mit ihm und dann werde ich ihm sagen, dass ich nicht die Richtige für sein Problem bin. Obwohl das definitiv falsch ist. Ich könnte seine „Probleme“, wenn es denn überhaupt welche sind, sehr wohl behandeln. Aber der Mann bringt mich in einen Gewissenskonflikt, ich spüre das genau. Er verwirrt mich, meine Gedanken sind ganz woanders, wenn er vor mir sitzt und ich spüre etwas in meinem Bauch, was mich unruhig werden lässt. Würde ich diesen Mann privat in einer Bar oder irgendwo auf einer Promenade sehen und er würde mich ansprechen, ich könnte mich nicht dagegen wehren. Im Gegenteil, ich würde sogar über meinen Schatten springen, selbst die Initiative ergreifen und ihn ansprechen. Aber nichts ist schlimmer, als wenn Zuneigung und Gefühle ein Arzt-Patienten-Verhältnis belasten.

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