„Wie bitte?“, fragt er verdutzt. Verdammt, habe ich das wirklich laut gefragt? „Äähhmm … nichts. Entschuldigung.“
„Wem sehe ich ähnlich?“, hakt er trotzdem nach.
„Meinem Vater. Und Mama hatte recht, sie hat mir Dienstag schon gesagt, dass sie deshalb ziemlich von der Rolle war, als sie Sie gesehen hat. Ich sollte besser nicht so viel sabbeln. Sie können da vorne warten, Mum ist noch im Gespräch.“
„Sie sind also Nadine? Wir haben schon mal telefoniert.“
„Ja, das stimmt, aber bitte sagen Sie „Du“ zu mir.“
„Gern. Ich setz mich hier her und du erzählst mal ein bisschen, Deal?“
„Eigentlich hat sie nicht viel gesagt. Nur, dass meine Mama Ihrer Frau so sehr ähnlich sieht und, dass Sie wiederrum meinem Erzeuger sehr ähnlich sehen. Sie hat voll untertrieben, Sie sehen save exakt so aus wie der …“
„Aha! Wieso Erzeuger, du hast keine so hohe Meinung von ihm?“
„Ist’n verdammter Wichser! Hat alles gevögelt, was ihm vor die Flinte kam und Mum blieb dabei auf der Strecke. Der hat uns alle verarscht. So lange wir zusammengelebt haben, war er auch immer gut zu mir, aber jetzt will er nichts mehr von mir wissen, dieses miese Stück Scheis ...!“
Bei Mama geht die Tür auf und sie kommt mit ihrer Patientin auf den Flur. Wenn sie rausbekommt, dass ich geplaudert habe, dreht sie durch. Also besser den Mund halten und hoffen, dass Leon das auch tut. Aber ich mag ihn, der ist ok und nett. Zumindest strahlt er Vertrauen aus. Was er wohl hat, dass es ihn hierher treibt?
„Hat mich gefreut dich kennenzulernen Nadine.“
„Mich auch Herr Stolberg.“
Freya: Leon Stolberg ist ein bisschen früh dran. Mist, ich wollte … ja was wollte ich eigentlich? Eine Tasse Kaffee servieren? Eine gemütliche Atmosphäre schaffen? Nein, ich wollte mir ein paar Minuten gönnen und mir die richtigen Worte zurechtlegen, mit denen ich ihn an einen Kollegen verweise. Nun steht er da und mein Kopf ist schlagartig leer.
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